John Wick

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Action-Tipp: John Wick Reihe

Manchmal gibts Zufälle… Hatte mir für heute vorgenommen, einen kleinen Artikel zu den beiden John Wick Filmen zu schreiben und siehe da, Teil 1 kommt heute im Fernsehen. Unbedingt anschauen!

John Wick ist von vorne bis hinten durchgestyltes Actionkino mit unglaublichen Schießereien und Prügeleien und einen Keanu Reeves, der auf alle erdenklichen Arten Ärsche tritt und Köpfe wegballert. Doch wie üblich erst mal zum Einstieg: Worum gehts?

Handlung

John Wick

John Wick ist ein ehemaliger Profikiller, der das Geschäft an den Nagel gehängt hat, als er die große Liebe fand und mir ihr ein normales Leben beginnen wollte. Leider ist ihm das Glück nicht gegönnt und seine Frau stirbt nach Krankheit. Damit er nicht alleine ist, hat sie ihm jedoch noch einen Hundewelpen gekauft, der ihm durch die schwere Zeit der Trauer hilft. Eines Tages fährt er mit seinem Mustang zur Tanke, wo er von einem jungen Russen angelabert wird, der ihm genau dieses Auto abkaufen will. Wick lehnt ab, was den Russen ziemlich abfuckt, da er als Sohn des russischen Paten in der Stadt wohl selten ein „Nein“ zu hören bekommt. Er beschließt daher, nachts mit seinen Schlägern in Wicks Haus einzudringen, um sein Auto zu stehlen. Wick wird zusammengeschlagen und sein Hund getötet. Kurzgefasst hat der Russe damit sein Todesurteil unterschrieben, denn fortan hat er den angepissten John Wick am Arsch, der auf Rache schwört und seine alten „Werkzeuge“ aus dem Keller holt.

John Wick 2

In Teil 2 lebt John Wick wieder zurückgezogen und hofft, nun endlich mit seiner mörderischen Vergangenheit abschließen zu können. Doch wieder hat das Schicksal anders für ihn im Sinn. Ein Mafiosi steht vor seiner Tür und fordert einen Gefallen ein. Er hat damals John geholfen, aus dem Killer-Business auszusteigen, um mit seiner Frau neu anzufangen. Dafür will er jetzt auch einen Gefallen und John ist nach Regel der Profikiller (dazu gleich mehr) verpflichtet, seine Schuld zu bezahlen. Er soll die Schwester des Mafiosi töten, die statt ihm im hohen Rat der Unterwelt sitzt. Mit ihrem Tod würde er selbst nachrücken und die Geschäfte der italienischen Mafia komplett übernehmen. Doch nichtmal unter Killern und Mafiosi gibts noch Ehre und auf John Wick wird ein Kopfgeld ausgesetzt, was dazu führt, dass an jeder Ecke ein Killer auf ihn lauert.

Was ist daran so geil?

Die beiden Filme zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie grandios durchgestylt und inszeniert sind. Das fängt beim Visuellen an. Die Schauplätze sind teilweise opulent, Teil 2 spielt beispielsweise u.a. in Rom. Es wird viel mit Licht und Kameraeinstellungen gearbeitet, um noch einen draufzusetzen. Die Action ist zwar schnell, aber so geschnitten, dass man tatsächlich mal sieht, was passiert. Keine hektischen Cuts, bei denen einem übel wird. So kann man die wirklich super inszenierten Schießereien und Nahkämpfe genießen. John Wick ist auch einfach ein Tier. Mit Waffe in der Hand ist er eine unaufhaltsame Naturgewalt. Er killt seine Gegner reihenweise mit Doubletab, sprich: ein Schuss in die Brust, ein Schuss in den Kopf. Das im Sekundentakt. Innerhalb weniger Minuten 20 Kopfschüsse? Kein Problem. Das alles in fast schon balletartigen Choreographien. Seine professionelle Art erinnert hier vor allem an Tom Cruise in Collateral. Die beiden waren wohl in der gleichen Killer-Schule.

Im Nahkampf setzt Wick eher auf handfeste Techniken, die jetzt nicht unbedingt akrobatisch wie in beispielsweise Merantau daherkommen, sondern eher auf schnelles Ausschalten der Gegner angelegt sind. Ohne jetzt groß Ahnung zu haben, wirkt es wie eine Mischung aus Judo, Aikido und Krav Maga. Jedenfalls werden auch so reihenweise Leute auf recht schmerzhafte Art um die Ecke gebracht. Keanu Reeves spielt den Badass, der eigentlich nur seinen Lebensabend zurückgezogen „genießen“ wollte, hier ziemlich überzeugend. Grade am Anfang der Filme tut er einem eigentlich leid. Der Kerl hat wahrscheinlich hunderte Menschen auf dem Gewissen, aber er tut einem Leid, weil er seine Frau und dann auch noch den kleinen Hund, ihr Geschenk an ihn, verloren hat. Vielleicht paradox, aber so gings mir halt. Danach tun einem nur noch die armen Idioten leid, die sich ihm in den Weg stellen.

Die Action aber auch ruhigen und manchmal eben auch traurigen Szenen werden durch die Musik wunderbar untermalt. Es gibt ein Thema, das sich immer wieder wiederholt, teilweise leicht abgeändert, passend zur Szene, aber doch immer mit hohem Wiedererkennungswert. Komponiert von Joel J. Richard und Tyler Bates erzeugt der Soundtrack eine absolut geniale Atmosphäre. Auf Youtube gibts ein schönes Musikvideo, das Action und Musik perfekt zusammenfasst. Wegen Copyright-Scheiße verzichten wir hier vorsichtshalber drauf, das Video einzubetten. Aber schauts euch mal an.

Doch jetzt zum eigentlich Faszinierenden an den beiden Filmen: Die Welt oder besser gesagt: die Unterwelt!

John Wick und alle anderen Killer in dieser Welt gehören einer Organisation an, einer Art Gilde, über die man leider nicht viel erfährt. Diese Gilde ist jedoch weltweit aktiv und betreibt Hotels, in denen die Killer absteigen, wenn in der jeweiligen Stadt ein Auftrag zu erfüllen ist. Diese Hotels sind zugleich Safe Zones. Es ist absolut verboten, dort sein Geschäft zu betreiben und einen anderen Killer anzugreifen. Das Hotel in New York wird von einem charismatischen Ian McShane gemanagt. Ein Typ, den Ralf und ich sehr schätzen. Coole Sau halt, vor allem bekannt aus Deadwood.

Bezahlt werden Killer mit Goldmünzen, die universelle Währung in der Unterwelt ist. Waffen, Kleidung, Informationen, alles wird mit den Goldmünzen bezahlt. Es gibt eine Art Kodex, dem alle folgen. So hat John Wick dem angesprochenen Mafiosi eine Schuldmünze gegeben, die ihn bindet. Entsprechend kann er dessen Gesuch, seine Schwester zu töten, nicht ablehnen, ohne den Kodex zu verletzen und somit aus der Gilde auszuscheiden, was ihn quasi vogelfrei machen würde. Klares Todesurteil. Die Reichweite dieses Netzwerkes ist einfach faszinierend. Jeder kleine Laden kann hinter  einer versteckten Türe ein riesiges Waffenlager haben, jeder Obdachlose auf der Straße könnte ein Informant oder selbst Killer sein. Selbst die Polizei, Feuerwehr, etc. wissen von dem Netzwerk, lassen aber schön die Finger davon oder stehen auch dort auf der Gehaltsliste. Diese Unterwelt alleine ist so interessant, dass man abseits von dem Charakter John Wick hier noch einige Geschichten erzählen könnte. Teilweise muss ich echt an eine Art modernes Assassin’s Creed denken. John Wick ist das, was Hitman hätte sein wollen. Mysteriöse, charismatische Charaktere in einer Welt, unter deren Oberfläche eine eigene, dunkle Welt existiert, die wir nur häppchenweise zu Gesicht bekommen.

Wenn ich was kritisieren muss, dann vielleicht, dass in Teil 2 einfach schon zu viele Leute gekillt werden. Anfangs hat diese eiskalte Effizienz von John Wick noch absolut fasziniert. Aus flüssigen Körperbewegungen noch BAM BAM, Schuss in Brust und Kopf. Das passiert aber grade in Teil 2 dann so oft, dass es schon zu viel wird. Hier muss man sich für die Zukunft auf jeden Fall noch was einfallen lassen, um die Serie frisch zu halten. Teil 3 ist ja bereits fest bestätigt und ich hoffe, dass wir noch tiefer in diese Welt abtauchen werden, wobei das Ende von Teil 2 eine andere Richtung einschlägt. Aber das müsst ihr schon selbst anschauen.

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