Buchcover Star Wars Nachspiel

© Blanvalet Taschenbuch Verlag

Buch-Review: Star Wars – Nachspiel von Chuck Wendig

Wie schon ausführlich im Artikel zum neuen Star Wars-Kanon beschrieben, sind die meisten Werke des Expanded Universe von Disney komplett als Legenden deklariert worden. Die offizielle Timeline ist daher noch relativ dünn. Neben dem bereits rezensierten „Blutlinie“, ist die Aftermath-Trilogie von Chuck Wendig ebenfalls Teil des neuen Kanons und spielt zwischen Episoden 6 und 7.

Zur Handlung:

Wie erwähnt, spielt „Nachspiel“ nach „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Die Schlacht auf Endor ist geschlagen, die Rebellen waren siegreich, der wurde Todesstern zerstört und mit ihm Imperator Palpatine und seine rechte Hand Darth Vader getötet. Wir alle kennen die ausgelassenen Feierlichkeiten in der ganzen Galaxie. Doch noch ist das Imperium nicht geschlagen. Weiterhin sind ganze Kampfverbände in der Galaxie verstreut, haben ganze Welten unter ihrer Kontrolle und leisten erbitterten Widerstand gegen die sich formende Neue Republik. Bei einem geheimen Gipfeltreffen wollen hochrangige Imperiale Strategien entwickeln, den „Rebellen-Abschaum“ doch noch zu besiegen und wieder Ordnung in die Galaxie zu bringen. Doch dieses Treffen bleibt nicht unbemerkt, da Piloten-Ass Wedge Antilles zufällig auf die imperiale Flotte stößt in der Nähe des Treffens auf dem Planeten Akiva stößt.

Des weiteren gibt es noch parallele Handlungsstränge und Nebencharaktere, deren Schicksale letztlich miteinander verbunden sind. So sucht die verdiente Rebellin Norra auf dem Planeten Akiva ihren Sohn Temmin, den sie zurückgelassen hat, um gegen das Imperium zu kämpfen. Außerdem lernen wir eine Kopfgeldjägerin namens Jas kennen, die auf der Jagd nach einem Moff ist, der an der Konferenz teilnimmt. Sie alle müssen letztlich die Bevölkerung des Planeten mobilisieren, um den Einfluss des Imperiums auf dem Planeten endgültig zu beenden.

Rezension:

Ich war sehr gespannt auf das Buch bzw. die gesamte Trilogie, da sie zum Programm „Journey to Star Wars: The Force Awakens“ gehören und erklären sollen, was nach dem Tod von Palpatine und Vader geschehen ist und wie die First Order die junge Demokratie in der Galaxis wieder in Gefahr bringen konnte.

Zunächst fällt einem auf, dass das gesamte Buch im Präsens geschrieben ist. Das ist eher ungewöhnlich, aber wohl typisch für Chuck Wendig. Ich habe bisher nichts von ihm gelesen, daher war ich zunächst mal leicht irritiert, aber an sich störte mich das nicht weiter. Ich habe schon von anderen gehört, dass sie das Buch nicht lesen konnten, weil sie der Stil so abgestoßen habe. Kann ich nicht nachvollziehen.

Was mich eher gestört hat, waren die vielen neuen Charaktere, die eingeführt werden, aber irgendwie wenig Tiefe und Substanz bekommen. Sie sind alle sehr eindimensional. Die stereotype Kopfgeldjägerin, die verzweifelte Rebellen-Pilotin, der entfremdete Sohn, usw. Alle Charaktere lassen sich in ihrer Gesamtheit mit je einem Adjektiv und Nomen komplett zusammenfassen. Temmin hat einen Kampfdroiden, der ein wenig an K2SO aus Rogue One erinnert, aber nicht annähernd dessen Charme und (trockenen) Humor mitbringt.

Als Bindeglied zwischen Episode 6 und 7 taugt das Buch leider auch nicht viel. Es hätte im Grunde auch zu jedem anderen Zeitpunkt der Star Wars Timeline spielen können. Auf die Zerstörung des Todessterns wird nicht eingegangen, es zeichnet sich nichts wirklich zur Zukunft des Imperiums ab, die Geschichte ist – schlicht und ergreifend – ziemlich belanglos. Die stereotypen Charaktere bieten auch nichts, was dem Leser helfen könnte, sich mit ihnen zu identifizieren. Es gab keine Figur in dem Buch, bei der es mir nicht völlig egal gewesen wäre, wenn sie gestorben wäre. Ausgenommen sind natürlich die bekannten Charaktere wie Antilles, Admiral Ackbar, usw. Aber deren Rolle ist auch recht begrenzt und auch sie sind im Grunde austauschbar. Meiner Meinung nach, sind sie eher als Fan-Service drin.

Vielleicht ist es zu früh und man muss erst die restlichen Bücher lesen, bevor man ein echtes Urteil abgeben kann, aber für sich alleine ist das Buch wirklich nichts Besonderes. Vielleicht bekommen die Charaktere in weiteren Bänden mehr Tiefe, aber ich finde, ein Buch muss auch für sich alleine unterhalten können. Grade der erste Band einer Serie sollte nicht komplett belanglos und streckenweise langweilig sein.

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