Battlefront 2: Inferno Squad

© Del Rey

Buchvorstellung: Battlefront II – Inferno Squad

Da ich schon ziemlich scharf bin auf das im Novermber erscheinende Battlefront 2, hab ich mir den hier vorliegenden Roman „Inferno Squad“ direkt gekrallt und für euch angeschaut.

Das Buch spielt zwischen Episode 4 und 5 und erzählt die Entstehung der namensgebenden Inferno Squad, die man auch im Spiel begleiten wird. Dort wird man nämlich die Anführerin der Squad, Iden Versio spielen. Wenn man den Charakter also vorher etwas besser kennenlernen will, ist das Buch ein guter Startpunkt.

Worum gehts?

Das Buch beginnt direkt mit der Zerstörung des ersten Todessterns, bei dem abertausende Imperiale ums Leben kommen, Iden Versio gehört zu den wenigen Überlebenden, da sie zu dem Zeitpunkt weit genug entfernt mit ihrem TIE-Fighter war. Iden ist loyale Kämpferin des Imperiums und Tochter eines imperialen Admirals, der ihr seit jüngster Kindheit Disziplin und die Ideale des Imperiums eingetrichtert hat. Entsprechend geschockt ist sie, dass der „Rebellen-Abschaum“ es geschafft hat, die ultimative Waffe des Imperiums zu zerstören. Ihr Vater beruft nun sie und drei weitere der besten Soldaten ein, um aus ihnen ein hochspezialisiertes Team zu bilden. Da der Todesstern nur zerstört werden konnte, weil dessen Pläne in Rebellenhand geraten sind, soll dieses neue Team, die Inferno Squad, undichte Stellen in der imperialen Streitmacht ausfindig machen und ausschalten. Die ersten Missionen sind noch eher harmlos, später erhalten sie jedoch die Mission, sich den ehemaligen Partisanen von Saw Gerrera undercover anzuschließen, um deren Informanten zu finden und zu elminieren und letztlich die gesamte Partisanengruppe zu zerschlagen. Mit der Zeit lernen sie die ziemlich extremistischen Rebellenkämpfer jedoch besser kennen und verstehen, was es nicht einfach macht, die Mission zu verfolgen und alle in den sicheren Tod zu schicken.

Meine Meinung:

Gleich vorweg, ich habe was anderes erwartet. Der Trailer zur Kampagne von Battlefront 2 zeigt die Inferno Squad als Elite-Kampfeinheit, die dorthin geschickt wird, wo es Drecksarbeit gibt und jemand ordentlich reinschlagen muss. So landen sie zum Beispiel auf Endor und die dort bereits kämpfenden Stormtrooper sind tiefst beeindruckt, dass die Inferno Squad aufkreuzt. Im Buch dagegen sind die 4 Elitekämpfer streng geheim, außer Idens Vater weiß keiner, dass sie überhaupt existieren. Sie führen nur Spionagemissionen aus, Action ist kaum zu finden. Das hat mich erst mal etwas enttäuscht, vielleicht hilft es euch weiter, mit angepasster Erwartung an das Buch ranzugehen.

Die vier sind eben undercover unterwegs und versuchen, das Vertrauen der Partisanen zu gewinnen. Dafür müssen sie auch teilweise die eigenen Leute attackieren, um ihre Tarnung nicht auffliegen zu lassen. Die meiste Zeit wird jedoch geredet. Die zweite Hälfte des Buches findet fast komplett in der Basis der Partisanen statt, man erlebt deren Alltag, wie sie ticken und wie sie das Imperium planen zu bekämpfen. Dabei bekommt man auch oft Iden Versios Gedankenwelt präsentiert. Sie versteht einerseits die Motive der Rebellen, sieht auch selbst ein, dass die Zerstörung Alderaans völlig überzogen war und unschuldige Leben gekostet hat, sie stellt jedoch nie wirklich in Frage, dass das Imperium für Ordnung und Frieden steht. Die Inferno Squad ist ganz klar auf der Seite der Guten. Damit das glaubwürdig bleibt, war es geschickt, sie unter die Partisanen zu schicken. Saw Gerrera war ja bekanntermaßen so extrem, dass die Rebellenallianz mit ihm nichts zu tun haben wollte. Seine ehemaligen Mitstreiter sind da nicht besser. Der Zweck heiligt die Mittel und sie schrecken auch vor gezielten Anschlägen auf Zivilisten nicht zurück. Das macht es dem Leser leichter, mit Iden Versio zu sympathisieren. Ich weiß nicht, wie man es hätte verkaufen wollen, wenn normale Rebellen auf einmal die Widersacher sein sollen. Da wird das Spiel hoffentlich auch eine gute Narrative für bieten. Es ist nicht leicht, dem Imperium Gegner zu spendieren, die noch unmenschlicher wirken. Aber es funktioniert hier. Dabei sind die einzelnen Partisanen auch wieder nur Menschen mit eigenen Schicksalen und eigenen Tragödien. Die Bereitschaft, gezielt Unschuldige zu töten, ermöglicht es dem Leser jedoch, Iden Versio als „Heldin“ zu akzeptieren. Sie ist in dem Moment ethisch und moralisch trotz ihrer Loyalität zum Imperium doch noch überlegen.

Iden ist generell ein willensstarker, respektabler Charakter und setzt den Trend fort, starke Frauen in Star Wars zu etablieren. Dagegen verblassen die anderen Charaktere jedoch. Die drei anderen Mitglieder der Inferno Squad lernt man nicht näher kennen. Gideon ist zwar guter Freund von Iden, die beiden scherzen und shakern miteinander, aber viel über seinen Hintergrund erfährt man nicht. Die anderen beiden zeichnen sich eher durch ihre Talente aus und sind beispielsweise versierte Techniker oder Seyn ist sehr sprachbegabt und hat ein eidentisches Gedächtnis. Die Talente der Charaktere ergänzen sich gut im Team und ich könnte mir vorstellen, dass das auch im Spiel zu tragen kommt. Man wird dort wohl primär Iden spielen, aber ich könnte mir vorstellen, dass man auch mal die anderen kontrolliert und spezielle Aufgaben erfüllen muss.

Ich fand das Buch leider nur mäßig spannend. Es ist interessant, Iden Versio näher kennenzulernen, auch bisschen was über ihre Herkunft und Familie zu erfahren. Jedoch rein inhaltlich habe ich mehr erwartet. Vor allem mehr Action. Noch sehe ich nicht ganz, wie dieses kleine Spionageteam im Spiel plötzlich die ultimative Eingreiftruppe werden soll. Vielleicht war hier aber auch der Trailer des Spieles irreführend. Leider haben im Buch auch keine imperialen Größen Auftritte. Kein Imperator, kein Darth Vader. Die werden erwähnt, aber erscheinen nicht. Finde ich schade, da Iden eigentlich glühende Verehrerin des Imperators sein soll. Da wäre vielleicht eine kurze Szene, in der sie ihm ehrfürchtig gegenüber tritt, ganz nett gewesen.

Insgesamt ein mittelprächtiges Buch im Star Wars Kanon, das man lesen kann, aber nicht muss. In erster Linie wohl für die interessant, die auch planen, das Spiel zu zocken.

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