Batman und die Teenage Mutant Ninja Turtles

Copyright: DC Comics / IDW / Panini

Comicreview: Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles

DC Comics und IDW liefern uns ein Crossover ihrer beliebtesten Helden: Batman und die Teenage Mutant Ninja Turtles!

Als ich von dieser Graphic Novel gehört habe, war ich erst mal skeptisch. Batman und die Turtles waren meine absoluten Kindheitshelden. Doch beides zusammen? Kann das funktionieren? Ich befürchtete, dass das Ganze eher peinlich wird. Grade die neuen Iterationen der Turtles sind ja doch durchaus witzig, während Batman wahrscheinlich seit 75 Jahren nicht mehr gelacht hat. Kann man diese beiden urverschiedenen Welten miteinander in Einklang bringen? Neulich im Wartezimmer meines Arztes hatte ich genügend Zeit, es rauszufinden. Pro-Tip: Nie ohne Comic das Haus verlassen, man weiß nie, wann mans braucht!

Worum gehts überhaupt?

In Gotham City treibt eine neue Gang ihr Unwesen, der Foot Clan. Dieser ist samt ihrem Anführer Shredder und unseren gepanzerten Freunden von ihrer Welt über ein Dimensionsportal nach Gotham transportiert worden. Shredder denkt sich, hey, warum nur eine Stadt beherrschen, wenn ich auch zwei kontrollieren kann. Das sieht Batman natürlich anders und zieht letztlich gemeinsam mit den Turtles in den Kampf, um Gotham von den Käsefüßen zu befreien. Dabei rennt den Turtles die Zeit davon, da das Mutagen, dass sie zu humanoiden Schildkröten gemacht hat, in Batmans Welt langsam die Wirkung verliert und sie drohen, wieder zu ganz normalen Schildkröten zu werden, wenn sie Shredder nicht auhalten und rechtzeitig durch das Portal zurückreisen.

Meine Meinung

Batman und die Turtles funktionieren zusammen besser als gedacht. Im Laufe der Zeit hab ich mich dann gefragt, warum ich eigentlich daran gezweifelt habe. In gewisser Weise vereint Batman die Charakteristika von Leonardo, dem Taktiker und Anführer und Donatello, dem Technikfreak, in sich. Seine Kampfkunst passt gut zum Ninjitsu der Turtles und auch Shredder. Hier erwarten einen also schon mal ausgewogene, spannende Nahkampf-Szenen. Mit Humor und dummen Sprüchen hat er ja in der Justice League durchaus auch zu tun in Person von Barry Allen aka The Flash. Von daher kann ein ernster Batman auch durchaus neben einem tolpatschigen Michelangelo existieren. Natürlich muss Batman dann auch im Laufe der Geschichte mit den grünen Jungs auch mal ne Pizza mampfen, was dann doch so ein Punkt ist, wo ich dachte, muss das wirklich sein? Vor allem Batmans dümmliches Grinsen beim Pizzafuttern wirkte etwas peinlich.

Ansonsten hat James Tynion ein paar schöne Ideen verbaut, die die beiden Welten miteinander verbinden. Ohne spoilern zu wollen: Shredder verwandelt mittels Mutagen einige bekannte Batman-Gegner in Mutanten. Diese passen dann auch zu deren Charakter. So wird Mr Freeze zu einem Eisbären. Natürlich trotzdem im Kälteanzug und allem drum und dran.

Die Beziehung zwischen Batman und den Turtles baut sich für mich etwas zu schnell auf. Anfangs ist er ja noch sehr verhalten und will keine Neulinge in seiner Stadt. Recht und Ordnung sind immerhin seine Aufgabe. Doch sehr schnell bildet sich eine regelrecht emotionale Bindung und Batman sieht die Turtles fast schon als eine Familie, die er nie hatte. Das fand ich zu dick aufgetragen. So eine Bindung hat ja keiner in der JLA über Jahre hinweg zu ihm aufbauen können.

Ich tue mich immer schwer, die Illustrationen von Comics zu bewerten, da dies meiner Meinung nach sehr subjektiv ist. Der Zeichenstil von Freddie Williams ist nicht ganz mein Ding, auch wenn es da sicher handwerklich nicht viel auszusetzen gibt. Sowohl Batman als auch Shredder finde ich zu „bulky“, das sind schon echte Brocken. Shredders Rüstungsdesign, vor allem der Helm gefallen mir auch nicht so. Ich hab die aktuellen Turtles-Comics von IDW nicht gelesen, daher weiß ich nicht, ob der dort aktuell so aussieht. Jedenfalls würde ich insgesamt sagen, dass die Zeichnungen schon sehr gut sind, die Panels sind sehr dynamisch, einige Zeichnungen gehen über zwei Seiten und springen einem förmlich ins Auge. Die Tierversionen der Batmancharaktere fand ich sehr nett und fantasievoll.

Die Verarbeitung ist ebenfalls super, dickes Papier, ein fester Umschlag. Damit hebt sich das Comic schon etwas aus der Masse ab. Das Buch ist in Deutschland von Panini erschienen, umfasst 136 Seiten und ist für 16.99 Euro zu haben. Ich kanns empfehlen. Im Panini-Shop gibt es aber auch eine Leseprobe, wenn ihr vorher selbst mal reinschauen wollt.

Schreibe einen Kommentar