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Deadwood (Review)

Die Serie ‚Deadwood‚ (2005-2007) beschreibt Vorkommnisse in der gleichnamigen historischen Stadt, die 1876 in den Black Hills (damaliges Indianergebiet) gegründet wurde. Durch dortige Goldfunde zog es damals viele Glücksritter, Abenteurer und Outlaws in das ursprüngliche Zeltlager um dort ihr Glück zu versuchen. Aber auch historische Persönlichkeiten (der berühmteste war ‚Wild Bill Hickok‘, der dort beim Pokerspielen erschossen wurde) gaben dort ihr Stelldichein.
Die Serie bezieht ihre Spannung aus dem Aufeinandertreffen verschiedenster Charaktere mit ihren unterschiedlichsten Motivationen.
Da wäre zum Beispiel die unbestrittene (ebenfalls historische) Hauptfigur Al Swearengen (grandios gespielt von Ian McShane). Dem weitgehend skrupellosen Besitzer des besten Hurenhauses am Platz. Swearengen schafft es mit diabolischer Finesse seine Interessen durchzusetzen und schreckt dabei auch nicht vor diversen Auftragsmorden zurück. Überflüssige Leichen werden übrigens stilgerecht beim hiesigen Chinesen an die Schweine verfüttert.
In der ersten Folge wird die Figur eingeführt, in dem diese gleich in ihrer ersten Szene eine Prostituierte mißhandelt, die sich im späteren Verlauf der Serie zu einer auch nicht ganz unwichtigen Figur entwickeln wird. Aber es dauert nicht lange, bis aus Swearengen für den Zuschauer mehr wird, als einfach nur das Arschloch vom Dienst. Vielmehr sind die Szenen mit Swearengen die High-Lights der Serie, und – ob man das nun will oder nicht – man entwickelt irgendwann sogar sowas wie Sympathie für ihn. Ähnlich wie später beispielsweise bei ‚Game of Thrones‘ hat nämlich jeder Charakter gute wie auch schlechte Anteile in sich, wovon die Serie eindeutig profitiert.

Obwohl die Serie in einem Western-Setting spielt, liegt der Schwerpunkt nicht auf Pistolenduelle in staubigen Straßen (die natürlich auch vorkommen), sondern in den zahllosen Intrigen und Verschwörungen, die die Handlung immer weiter vorrantreiben.
Deadwood ist eine ‚dreckige‘ Serie (inklusive expliziter Gewalt- und Sexdarstellungen). Der Dreck haftet aber nicht nur an den Hosenaufschlägen der Protagonisten sondern dringt bis tief in deren Charaktere vor. In Deadwood herrscht eine weitgehend anarchistische Gesellschaftsstruktur, in der jeder seinen Platz finden will – und dabei nicht selten über Leichen geht. Die Ausstattung wirkt sehr realistisch, so dass man selbst glaubt, den Staub der Strassen einzuatmen. Deadwood ist ein wenig, wie ‚House of Cards‚ im Wilden Westen. Sehr intelligente Fernsehunterhaltung, die oft mit Sehgewohnheiten und Konventionen bricht.

Absolute Empfehlung also von meiner Seite. Schade nur, dass es lediglich drei Staffeln davon gibt.
Aber man will ja nicht undankbar sein. Ich sag nur ‚Firefly‚!

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