Doppelreview: Justice League

Diese Doppelreview wird Ihnen präsentiert von Mercedes

 

So, da ist er nun, DCs großer Wurf, das Magnum Opus, der Avengers-Killer, die Gurke des Jahres, Justice League. Ich glaube, Ralf und ich waren nie so unterschiedlicher Meinung wie bei diesem Film. Wir hatten auch früher unsere Differenzen, doch unsere Geschmäcker sind doch relativ ähnlich. Justice League ändert alles, zwingt uns dazu, unsere Freundschaft zu evaluieren. Sind wir menschlich noch kompatibel? Die Zeit wird es zeigen. Ich mache jetzt mal den Auftakt, gebe euch meine Meinung zum Film ab, Ralf wird sie dann wahrscheinlich zerpflücken. Come at me, bro!

Justice League – Worum geht’s?

Die Handlung passt auf einen Bierdeckel und wurde schon in Batman v Superman angedeutet. Eine Invasion durch eine fremde Macht steht bevor und Batman bzw. Bruce Wayne muss ein Team von Metawesen zusammentrommeln, um sie aufzuhalten. Diese Macht besteht aus dem Obermacker Steppenwolf, den man quasi per Copy/Paste aus dem Wonder Woman Film übernommen hat. Großer Typ, Helm mit Hörnern, lief letztes Mal, läuft auch dieses Mal. Warum das Rad neu erfinden? Er führt eine Armee von Paradämonen an, die quasi aus besiegten Gegnern bestehen, die zu geflügelten Monstern werden. Also mit jeder eroberten Welt wird die Armee nur noch stärker.

Zusammen sind wir stark, uns verbindet die Liebe zu Mercedes, am Ende gibts Fratzengeballer, Credits, Licht an. Klappe zu, Affe tot. Originelle Story.

Wir bekommen die Justice League, die fast derer aus den New 52 Comics entspricht. Wir haben Cyborg, Wonder Woman, Aquaman, The Flash, natürlich Batman und  noch einen, den ich jetzt noch nicht nenne, wegen Spoilern und so. Wer nicht von selbst drauf kommt, wer es sein wird, könnte allerdings auch intellektuell überfordert sein von dem Film. Oder vom Schuhezubinden, um ins Kino zu gehen. Wenn ich ins Spoilerterritorium vordringe, gebe ich einen Warnschuss.

 

Stevens Meinung

Gleich vorweg, ich fand den Film richtig, richtig scheiße. Für mich der bisher schlechteste DCEU-Film, selbst Suicide Squad fand ich besser.

Mein beschissenes Erlebnis fing schon mit technischen Problemen an, für die der Film natürlich nichts kann. Der Film wurde im Kino, warum auch immer, im falschen Bildformat gezeigt. Das war schon nah an 4:3. Am Anfang waren in den Opening Credits teilweise Namen nicht vollständig lesbar, so viel Bild fehlte links und rechts. Eigentlich hätte ich direkt gehen und mein Geld zurück verlangen sollen, aber ich wollte halt den Film sehen. Meine Grundstimmung war aber eben entsprechend schon mal gedrückt.

Dann ging es los. Der Film weiß im Grunde von Anfang an nicht, was er sein will. Düster und „gritty“ oder witzig. Die Balance bekommt er jedenfalls nicht hin. Ich vermute, dass hier der Wechsel des Regisseurs das Problem ist. Zack Snyder, der ja auch Batman v Superman gedreht hat, musste sich wegen einer Familientragödie aus dem Film zurückziehen. Dafür sprang Joss Whedon (Avengers, Buffy, etc.) ein. Dieser ist eher für pfiffige Dialoge und Wortwitz bekannt und dürfte maßgeblich für den Charme der Avengers mitverantwortlich sein. Leider war der Großteil des Films da schon gedreht und das übliche Snyder-Gelöts. Dunkel und bierernst. Dann kommt ein Whedon und versucht, dem ganzen noch bisschen Witz zu geben und dreht Szenen nach. Jedenfalls funktioniert diese Mischung nicht sonderlich gut. Der Film ist ernst in einem Moment und schmeißt dann „witzige“ Sprüche rein. Am Ende zerstört man so das Gefühl der Bedrohung (kann ja alles nicht so schlimm sein, wenn die Zeit für Witzchen haben), gleichzeitig ist es aber auch nicht lustig, weil ja immer noch die Zerstörung der Welt im Raum steht. Das ist, als ob jemand versucht, heißes Wasser zu machen, indem er einen Eimer kaltes Wasser auf Feuer schüttet. Funktioniert nunmal so nicht. Also Atmosphärisch schon mal absolute Nullnummer.

Kommen wir zu den Figuren, vor allem den Neuzugängen.

Wonder Woman kennen wir durch ihren eigenen Film bereits ganz gut und im Review dazu, hab ich bereits geschrieben, dass Gal Gadot eine wirklich charmante, sympathische Diana Prince spielt. Das kann man auch hier sagen. Sie bekommt eine Einleitungsszene, in der sie ein paar Terroristen vermöbelt. Dabei sehen wir so ziemlich die gleichen Moves, die wir schon aus ihrem Film kennen. Der Beinfeger ist anscheinend die ultimative Geheimwaffe der Amazonen. Der geht immer. Insgesamt aber gute Performance und ich glaube, Gal Gadot hat richtig Spaß an ihrer Rolle. Ob man den Kamerawinkel unbedingt ständig so wählen muss, dass man ihr auf den Arsch glotzen und fast unter den Rock schauen kann, möchte ich mal in Frage stellen. Joss Whedon ist eigentlich bekannt für seine starken, emanzipierten Frauenrollen. Andererseits ranken auch um ihn Gerüchte, Frauen belästigt zu haben. Egal, wer es war, ich fand es etwas daneben. Ausgerechnet Wonder Woman zum Objekt zu machen, konterkarriert ihren gesamten Charakter. Andererseits wird den Damen optisch ja auch durchaus was geboten.

Neuzugang Aquaman, gespielt von Jason Momoa, ist nämlich eine ziemlich coole Sau und wird auch entsprechend immer wieder inszeniert. Aquaman kann sich kaum am Arsch kratzen ohne dass cooler Indie-Rock gespielt wird. Jason Momoas Oberkörper gehört auch zu den besten Spezialeffekten des Films und muss sich nicht vor Henry Cavill verstecken. Er könnte auch bei Magic Mike mitspielen. Seine Perfomance ist zweischneidig. Einerseits kommt er wirklich cool rüber, andererseits nimmt auch das wieder das Gefühl der Bedrohung. Er kommt halt nie aus der Ruhe, hat immer einen Spruch drauf und lässt das Ganze aussehen wie einen normalen Arbeitstag für unseren Freund aus Atlantis. Da Aquaman früher immer die Witzfigur des Teams war, muss man hier aber sagen, dass man es geschafft hat, ihm einen modernen Take zu verpassen. Keine grüne Hose und orangenes Shirt mehr. Aquaman sieht badass aus und räumt auf. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Aquaman mit der krasseste Typ der Justice League sein würde? Ich hätte mir aber gewünscht, bisschen mehr Einsatz seiner Kräfte zu sehen. Außer Wassermassen aufhalten ist leider nicht geboten. Wäre doch geil gewesen, wenn er irgendein Seemonster herbeiruft, dass ein Schiff von Steppenwolf aus dem Himmer holt und in die Tiefe reißt. Sowas in der Art wäre spektakulär gewesen. Aber naja, es ist ja ein Solofilm angedacht. Falls er denn noch kommt. Dazu später noch paar Worte.

Neuzugang The Flash, gespielt von Ezra Miller, hat die Funktion des Comic Reliefs im Film. Er reißt die Gags, ist gerne mal unbeholfen, tolpatschig und socially awkward. Hier weicht man auch relativ stark von der Vorlage ab. Während Barry Allen in den Comics in der Kriminalforensik tätig ist, ist er hier noch ein Teenager (auch wenn Miller schon 25 ist). Erst am Ende erfahren wir, dass er zur Polizei gehen will. Er versucht jedenfalls, seinen Vater zu entlasten, der wegen Mord an seiner Frau, also an Barrys Mutter, im Gefängnis sitzt. Barry ist jedoch von seiner Unschuld überzeugt. Auch egal, das spielt im Film im Grunde keine Rolle mehr, außer als kleine Hintergrundgeschichte. Ezra Miller spielt Barry Allen überraschend gut. Er sieht kein bisschen aus wie Barry Allen, aber man nimmt ihm den kleinen nerdigen Weirdo ab und fiebert auch bisschen mit ihm mit. Der Junge unter den harten Kerlen.

Neuzugang Cyborg überraschte mich noch am meisten. Den Charakter fand ich immer langweilig und auch eher unnötig. Im Film ist er jedoch essentiell wichtig und rettet dem Team öfter mal durch seine Fähigkeiten den Hintern. Er kann alle Computersysteme hacken und ist gleichzeitig auch der Stratege des Teams. Ray Fisher gibt dem Charakter mehr Tiefe als ich bisher in ihm gesehen habe. Er fühlt sich als Monster, nicht als Held. Seine Zerrissenheit zeigt er innerlich und äußerlich. Positive Überraschung. Leider bekommt er dann einen dummen Spruch zugeschustert, bei dem man denkt „Klar, dass der Schwarze sowas sagen muss“. In Trailern hat man einige Szenen mit ihm gesehen, die leider nicht im Film vorkommen. Wir sehen nichts von seinem Unfall und seiner Transformation. Diese Szenen existieren jedoch. Hoffen wir mal auf einen Extended Cut.

Der alte Hase Batman ist vor allem genau das. Alt. Er ist im Grunde komplett unnötig und eher Klotz am Bein. Als Batmanfan tun mir jetzt noch die Eier weh von dem harten Tritt, den mir der Film verpasst hat. Bruce Wayne ist außer Form, das Gesicht quillt teilweise aus der Maske. Ich vermute, das sind dann auch wieder Reshoot-Szenen mit Whedon. Da war Affleck dann wohl nicht mehr so krass im Training. Während andere links und rechts Paradämonen wegboxen, kämpft Batman gefühlt eine halbe Stunde mit einem vom denen und gewinnt auch nur knapp. Am Ende ist er komplett im Eimer und für nix weiter zu gebrauchen. Batman ist der einzige ohne Superkräfte, das ist mir klar. In den Comics war er aber immer der intelligenteste Superheld, der Anführer, der Stratege, das Herz der Justice League. Im Film ist er einfach nur nutzlos. Cyborg ist offensichtlich intelligenter, Wonder Woman die bessere Kämpferin, Aquaman stärker, The Flash schneller. Batman könnte genauso gut zu Hause bleiben und mit Alfred schön einen Earl Grey schlürfen. Er hat ja nicht mal selbst die ganzen Informationen über die Metawesen, die Invasion, usw. gesammelt, das war alles Lex Luthor. Batmans einziger Beitrag war es, Luthors Daten in Batman v Superman zu klauen und zu entschlüsseln. Das hätte Cyborg wahrscheinlich von zu Hause aus oder im Internetcafe machen können, während er nebenbei World of Warcraft spielt. Niemand braucht dich, Bats. Man erinnere sich dran, dass er vor kurzem noch Superman den Arsch versohlt und ihn fast gekillt hat. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Das Ganze wird dann eh ad absurdum geführt, wenn das letzte Mitglied zur Justice League stößt. Jetzt folgt ein Spoiler. Den fetten, roten Teil am besten überspringen, wenn ihr wirklich glaubt, dass ihr noch überrascht werden könnt.

Spoiler Inside SelectShow

Kommen wir mal zur Technik des Films. Die Musik von Danny Elfman ist gewohnt gut und bietet sogar musikalische Easter Eggs. Da werden dann auch mal kleine Anspielungen auf klassische Themen der alten Filme eingebaut. Das war durchaus charmant. Es gibt allgemein immer mal wieder kleine Seitenhiebe im Film auf ältere Streifen. So meint Alfred einmal so in etwa „Das Leben war leichter, als wir uns nur mit explodierenden Pinguinen rumschlagen mussten“. Referenz zu Batman Returns mit Michael Keaton und Danny DeVito. Sowas find ich dann schon nett und triggert mein Nostalgie-Zentrum.

Was das Visuelle angeht, wird’s dann auch schon etwas schwieriger. Die meisten Effekte sind natürlich oberer Standard, doch immer wieder bekommen wir Effekte präsentiert, die einfach unglaubwürdig sind und einen aus dem Film reißen. Steppenwolf ist die meiste Zeit (oder immer) komplett digital. Er ist kein Monster, er ist einfach ein Hühne in Rüstung. Warum kann man dafür keinen Schauspieler nehmen, den man dann vielleicht für aufwendige Stunts animiert? Sein Gesicht sieht auch einfach nicht gut aus. Wenn man sich Star Wars – Rogue One ansieht, wird klar, dass heute technisch weit mehr möglich ist als das. Man hätte zumindest das Gesicht mit realen Aufnahmen überlegen können, damit es glaubwürdiger wird.

Gegen Ende hab ich mich dann auch echt gefragt, ob das Budget knapp wurde. Die Effekte wurden einfach zunehmend schlechter, die gezeigte Zerstörung sah streckenweise aus wie Render-Videos auf der ersten Playstation. Man spürt im Stil auch einfach einen Bruch. Joss Whedon und Zack Snyder sind eben auch was Ästhetik angeht, sehr unterschiedlich. Snyder hat einfach seinen eigenen Stil, den ich persönlich sogar mag, auch wenn inhaltlich meist nicht viel geboten ist. Man bekommt dennoch was fürs Auge. Joss Whedon ist dagegen etwas minimalistischer und setzt mehr auf Dialoge und Inhalt. Außerdem arbeiteten beide mit unterschiedlichen Kameraleuten, die ja nun maßgeblich zum Look eines Films beitragen. Diese inhaltlichen und stilistischen Brüche haben es zumindest mir völlig unmöglich gemacht, mal irgendwo in der Geschichte anzukommen. Ich war immer nur Betrachter von außen und oft massiv gelangweilt.

Wirklich furchtbar war die penetrante Schleichwerbung. Bruce Wayne fährt mit dem dicken Mercedes durch die Gegend und vielleicht eine Szene später, fährt auch Wonder Woman in einem Mercedes vor. Natürlich so, dass man auch schön den Stern sieht. In so kurzer Abfolge war das schon aufdringlich und peinlich. Ich achte normal gar nicht auf solche Details, aber es war einfach so unverschämt hier. Wären beide Szenen eine halbe Stunde auseinander gewesen, wäre es mir vielleicht gar nicht aufgefallen, aber direkt hintereinander zwei dicke Karren…

Ich fasse mal zusammen:

Justice League bietet absolute 08/15-Standardstory. Ist bei Marvel aber auch nicht anders, von daher will ich hier nicht mit zweierlei Maß messen. Die Charaktere haben nicht die gleiche Tiefe wie bei der Konkurrenz, da man ihnen keine eigenen Filme spendiert hat. Die kommen erst jetzt im Nachhinein. Für mich persönlich nicht so problematisch, da ich sie alle gut aus den Comics kenne und liebe. Für Nicht-Comicleser ist es aber vielleicht schwieriger, einen Zugang zu finden. Die Neulinge machen ihren Job jedoch weitestgehend gut und holen das Beste aus dem raus, was ihnen gegeben wurde.

Der Mix aus düster und witzig funktioniert nicht, die meisten Witze verpuffen. Vor Klischees scheut man nicht zurück. Die Kampfszenen sind hit and miss, meist aber uninteressant, weil bis auf Batman keiner Probleme mit den Paradämonen hat. Die können nunmal nix, außer alte Milliardäre verprügeln. Steppenwolf wirkt erst fast unbesiegbar, dann das JL-Überraschungsmitglied und wischt den Boden mit ihm. Steppenwolf hat nicht den Hauch einer Chance. Das macht das ganze Team komplett überflüssig.

Der gesamte Film war vorhersehbar, die Trailer haben eigentlich wieder mal alles verraten. Schaut euch die Trailer an und stellt mal ne Vermutung an, wie der Film abläuft. Bam, genauso läuft er ab. Es wirkt fast so, als hätte man den Film schon gesehen. Macht es dann nicht spannender oder unterhaltsamer. Ich war tatsächlich froh, als es endlich vorbei war.  Dabei war Justice League der bisher kürzeste Streifen von Snyders DC-Filmen. Man munkelt, dass der Film verstümmelt wurde und Snyder eigentlich eine andere Vision hatte. Vielleicht bekommen wir einen besseren Cut fürs Heimkino. Aber ich bezweifele, dass das den Film wirklich retten kann. Pessimistische Prognosen gehen bereits davon aus, dass der Film auch nach Heimkinoauswertung Verlust einfahren wird. Was das für die Zukunft bedeutet und ob man sich da noch an einen Aquaman-Film traut, wird sich zeigen. Mit Steppenwolf hat man ja nur einen „Zwischenboss“ verheizt, ich denke, wir alle wollen Darkseid sehen. Wobei auch hier schon absehbar ist, dass DC hier einfach wieder zu langsam sein wird. Infinity War steht schon in den Startlöchern und Thanos und Darkseid sind sich ähnlich genug, dass DC wieder mal nur den billigen Abklatsch nachliefern kann, während man sich bei Disney ins Fäustchen lacht und sich die Tränen mit 100-Dollar-Scheinen wegwischt. Oder Warner-Aktien.

Am Ende sollte man seinen dicken Arsch übrigens noch im Sitz stecken lassen, es kommen noch zwei Szenen während der Credits. In klassischer Marveltradition ist eine rein spaßig, die andere relevant für die Zukunft. Gerade die letztere sollte man gesehen haben, da hier ein neuer Bösewicht auftaucht und es ist nicht Darkseid, wie viele erwarten würden, sondern voraussichtlich Batmans nächster Widersacher.

Ich bin jetzt knallhart und gebe dem Film 3/10 Mercedessterne. Ich bin wirklich mit niedrigen Erwartungen ins Kino gegangen, aber der Film hat wirklich grazil den Limbo unter der Messlatte durchgetanzt. Ich kann keinem diesen Film weiterempfehlen, ich hasse leider niemanden genug.

 

Ralfs Meinung:

Ihr mögt es Steven verzeihen. Eine Hassliebe verbindet ihn mit den Verfilmungen des DC-Universums.

Was allerdings nicht erklärt, warum er Batman vs. Superman besser finden kann als Justice League.

Steven räumt in seinem Verriss ja selbst ein, dass der Film selbst nichts dafür kann, dass er im falschen Format gezeigt wurde. Möglicherweise erklärt das seine negative Grundhaltung zu dem Film. Aber bereits das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Sein erster Vorwurf ist, dass der Film sich nicht zwischen düster und humorvoll entscheiden kann. Da bereits kann ich ihm nicht folgen. Der Film vereint beides. Zuvor wurde von Steven bei zurückliegenden Filmen angemahnt, dass sie zu ‚gritty‘ waren. Jetzt aber, wo Humor reinkommt, ist das auch wieder schlecht. Come on!

Der Film ist selbstironisch, und nimmt sich eben nicht so ernst, wie bspw. Steven ihn wohl fälschlicherweise betrachtet. Wenn man mit den Anspruch in den Film geht, mit DC-Helden bestmöglichst unterhalten zu werden, dann liefert dieser Film. Er ist nicht der schlechteste, sondern der beste aller DC-Filme, eben weil er Ernst und Humor verbindet!

Es liegt in der Natur der Sache, dass Filme, in denen Batman eine tragende Rolle spielt, nicht ohne Düsternis auskommen. Eben weil Batman halt ein gebrochener Charakter ist. Bei Marvel gibt es diese Düsternis bei keinem Helden. Auch bei den Avangers nicht. Aber mit Flash gelingt es, einen Charakter zu etablieren, der diese Düsternis aufbricht und gelungenen Situationshumor hineinbringt. Genau das macht gut gemachtes Unterhaltungskino aus (und mehr will es ja auch nicht sein), mitzufiebern und dabei auch lachen zu können.

Er ist gleichzeitig dramatisch und düster, aber auch lustig und unterhaltsam. Was soll daran schlecht sein?

Der Film kann sich nicht entscheiden, zwischen düster und humorvoll? Muss er das, oder ist es nicht eine Leistung, beides zu vereinen? Ist es eine Verfehlung, dramatische Szenen humorvoll zu brechen? Ist es eine Gunst, oder eine Last zwischen mitfiebern und lachen im Film wechseln zu können?

Solange durch zwischenzeitlichen Humor nicht die Dramatik ad absurdum geführt wird und erhalten bleibt, solange bleibt das Filmerlebnis eine Achterbahn der Gefühle, die von dem Kontrast der Emotionen lebt. Marvel wurde dafür gefeiert, aber wenn DC das macht, dann ist es verkehrt?

Ich werde zukünftige Gelegenheiten nutzen müssen, Steven mal bei einem Bier zu fragen, was er denn von DC-Filmen erwartet, um endlich mal zufrieden zu sein…

 

Zu Stevens Kritik von Batman in dem Film:

Leider schaffte es bislang keine DC-Verfilmung Batmans Akrobatik und Körperbeherrschung auf die Leinwand zu bringen. Das kann man diesen Film anlasten; dann aber auch sämtlichen anderen DC-Verfilmungen. Grundsätzlich darf man aber NIE vergessen, dass er der einzige Superheld  ohne Superkräfte ist. In der Justice League besticht er halt als ‚bester Detektiv der Welt‘ mit seinem kombinatorischen Vermögen und empfiehlt sich dadurch für die Führungsrolle. Warum soll er diese weniger verdient haben als bspw. Cap bei den Avangers? Ist DER denn in allen Bereichen intelligenter als Tony Stark oder Bruce Banner? Nein, denn schließlich geht es um Strategie und Führungsqualitäten. Außerdem gründet Batman die Justice League, was Cap nicht für sich in Anspruch nehmen kann.

Was seine Kämpfe mit den Paradämonen betrifft:

Da haben wir wohl zwei verschiedene Filme gesehen. In meinem Film macht Bats so einen direkt in der Anfangssequenz ziemlich souverän platt…

Natürlich hat der Film seine Schwächen. Albern fand ich es beispielsweise, dass die Amazonen ihre Motherbox mit gespannten Bogen bewachen. Als hätte man nicht genug Zeit den Bogen zu spannen, wenn die Motherbox ‚aufwacht‘ und als wäre diese durch Pfeile zu stoppen. WTF?

Deren Logiklöcher gibt es noch mehr. Aber hey, wir sind hier nicht in einer BBC-Dokumentation, sondern in einer Comic-Verfilmung.

Cyborg fand ich auch nicht so spannend. Aber das liegt nicht an dem Film, sondern an dem eher uninteressanten Comic-Charakter. Da hätte ich bspw. sogar Green Arrow spannender gefunden, obwohl der auch nicht wirklich zu meinen Lieblingscomichelden gehört.

Wonderwoman und Aquaman sind fulminant besetzt und liefern ab. Erstere kannte man ja schon von Batman vs Supermann und dem Spin Off. Aquaman konnte sich in diesem Film als Charakter etablieren und man (ich) möchte mehr von ihm sehen. Ich hoffe dass dessen Spin Off realisiert wird, obwohl Justice League wohl Verluste einfahren wird.

Der Film hätte es meiner Ansicht nach verdient, kommerziell ebenso erfolgreich zu sein, wie die Avangers-Filme. Denn DC hat hier zugegebener Weise manches falsch gemacht, aber vieles richtig.

Dieser Film ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber er ist ein gutes Stück Unterhaltungskino, bei dem sich das Popcorn gut wegmampfen lässt.

Die Action ist gut choreographiert und Henry Cavill performt in diesem Film den besten Superman ever. Cyborg bleibt ein wenig blutarm, aber Flash begeistert als DC-Peter Parker.

Man kann den Film zerpflücken, wenn man will. Wenn man ihn aber nicht zu ernst nimmt und einfach gut unterhalten werden will, dann macht dieser Film durchaus Spaß.

Wie mir Stevens Review veranschaulicht, ist, dass das Vergnügen, welches dieser Film bereiten kann, maßgeblich davon abhängig, mit welcher Erwartungshaltung man ihn sieht.

P.S.:

Aber, dies soll keine Kampfschrift gegen Steven sein. Wir haben, wie ich glaube, Gemeinsamkeiten, was unsere Erwartungshaltung zu der filmischen Umsetzung des Charakters Batman betrifft.

Durch unsere Comic-Sozialisation haben wir beide wohl den Anspruch auf einen athletischen, wendigen, austrainierten Batman. Mit wahnsinnigem Körpergefühl und überdurchschnittlichen Reflexen. Hervorgerufen durch selbstaufopferndes Training. In den Filmen wird leider nie transportiert, dass Batman/Bruce Wayne nicht einfach nur per se ein begnadeter Kämpfer ist, sondern dass dies auf schweißtreibenden Training beruht. Stattdessen agiert Batman in den Filmen eher wie ein Schwergewichtsboxer, der auch ab und zu mal tritt. Auch seine körperliche Verletzlichkeit, wird mittlerweile nicht mehr auf die Leinwand projiziert. Batman blutet nicht, Batman trainiert nicht, sondern hat nur noch eine tolle Ausrüstung. Das ist mehr James Bond, als Batman. Das kann man diesem Film vorwerfen, aber auch jedem anderen DC-Film. Aber weitaus schlimmer war das doch wohl bei ‚Batman vs Superman‘!

Besonders positiv hat mich gestimmt, dass Flash, der mir immer schon egal war, mir soviel Spaß machen konnte. Alleine dafür verdient der Film ein dickes Lob.

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