Jean Claude Van Damme als Agent Johnson

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Ersteindruck: Jean Claude Van Johnson

Letztes Jahr hatte Amazon wieder mal einige Piloten produziert und das Volk abstimmen lassen, was davon nun in Serie geht. Darunter auch Jean Claude Van Johnson mit Jean Claude Van Damme. JC spielt sich in der Serie selbst, quasi wie schon im Film „JCVD“ aus dem Jahre 2008. Mit einer gehörigen Prise Selbstironie nimmt er sich und Actionfilme der 80er gewaltig auf die Schippe und es macht Spaß, dabei zuzusehen. Bislang existiert nur die erste Folge, also basiert mein Eindruck auch eben nur auf dieser.

Die Handlung von Jean Claude Van Johnson

Van Damme lebt als ehemaliger Action-Megastar relativ zurückgezogen in seiner Villa, hat bedeutungslosen Sex mit irgendwelchen Weibern und duscht in Kokosnusswasser. Wirklich glücklich ist er nicht, es scheint ihm etwas zu fehlen. Ist es der Ruhm der Vergangenheit? Jein. Als er eines Tages eine Verflossene im Einkaufszentrum erspäht, erfahren wir in einer Rückblende, dass Van Damme früher Spezialagent war, der für Regierungen die Drecksarbeit übernommen hat. Seine Exfreundin Vanessa war damals seine Partnerin und ist auch heute noch Agentin. Als er erfährt, dass sie zu einer Mission nach Bulgarien reist, nimmt er Kontakt zu seiner Managerin (Phylicia Rashad) auf, die ihm dann ebenfalls ein Filmprojekt in Bulgarien beschafft. Denn anscheinend hat Van Damme die ganzen miesen Direct-to-Video-Produktionen in Osteuropa nicht deshalb gedreht, weil er keine besseren Rollen bekommen hat, nein, er hat dort miese Filme gedreht, um nebenbei seine Missionen durchführen und internationale Kartelle hochnehmen zu können. Er reist nun also nach Bulgarien, um dort eine Action-Karate-Version von Tom Sawyer und Huckleberry Finn zu drehen und nebenbei mit seiner Ex wieder mal paar böse Jungs platt zu machen und hoffentlich Vanessa wieder zurückzugewinnen.

Meine Meinung

Die Prämisse ist absurd, aber originell. Van Damme zeigt wieder, dass er sich selbst mittlerweile nicht mehr ganz ernst nimmt und kein Problem damit hat, den abgehalfterten 80er-Star zu mimen. Van Damme gehört ja zu den wenigen Actionstars, die im Laufe ihrer Karriere keine albernen Komödien gemacht haben. Schwarzenegger (Kindergarten Cop, Twins), Stallone (Stop, oder meine Mami schießt) und auch Vin Diesel (Babynator) oder The Rock (Zahnfee) können das ja nun nicht von sich behaupten. Umso überraschender, dass Van Damme das Genre durchaus liegt und er mit dieser selbstironischen Persiflage des 80er-Actionkinos eine neue Seite von sich zeigen kann. Schon im Piloten werden sämtliche Van Damme-Klischees abgefeuert. Minispoiler: Sogar den Spagat mit Schlag in die Eier bekommen wir zu sehen. Herrlich!

Wir sehen auch die Dreharbeiten zu seinem Ostblock-Action-Trash, in dem er als Huckleberry Finn mit Latzhose und Strohhut Leute verdreschen soll, aber der Regisseur seine ausgelutschten 80er-Moves und Kicks für nicht mehr zeitgemäß hält. Natürlich nutzt JC genau diese in jedem Kampf als Agent und jedes 80er-Klischee wird gefeiert und karrikiert. Wer die alten Van Damme Streifen kennt, wird seine Freude haben.

Schön wars, mal wieder Phylicia Rashad zu sehen. Die dürfte den meisten als Claire Huxtable aus der Cosby Show bekannt sein. Bill Cosby ist zu recht in Verruf geraten, aber die Cosby Show war immer fester Bestandteil meiner Kindheit und der ganze Huxtable-Clan ist einem ja schon ans Herz gewachsen.

Fazit

Der Pilot hat Spaß gemacht und macht Bock auf mehr. Nicht jeder Gag sitzt, aber insgesamt hat man hier schon ein gutes Gespür gezeigt, Van Damme gleichzeitig zu persiflieren, aber auch zu feiern. Der Mann ist nunmal einfach Kult und aus dem Actionkino der 80er nicht wegzudenken. Ob die Thematik wirklich ausreicht, um eine ganze Serie damit langfristig interessant zu machen, muss sich zeigen.

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