Die neuen Power Rangers

© Saban Entertainment; LionsGate Films Inc.

Filmkritik: Power Rangers (2017)

Bald erscheint das Remake/Reboot/Whatever von Power Rangers auf DVD und Bluray. Aus diesem Anlass möcht ich euch den Film vorstellen, damit ihr wisst, ob ihr euer hart erarbeitetes Geld in den Streifen versenken solltet.

Ich persönlich war nie ein Fan der Power Rangers. Ich hab als Kind die Serie ab und zu angeschaut, fand sie damals aber schon bescheuert. Man hats dann doch geguckt, um mit Freunden über die lächerlichen Monster zu lästern. Tatsächlich hab ich damals aber dann den Film im Kino gesehen. Ich wollte was anderes gucken, meine Eltern hatten mich im Kino abgesetzt, aber mein Film fiel aus. Damals hatte man kein Handy, also Eltern zurückrufen war nicht. Da bin ich eben in Power Rangers gegangen. Lange her, aber ich erinnere mich, positiv überrascht gewesen zu sein. Entsprechend bin ich jetzt nicht schon mit der Erwartung an die neue Version gegangen, dass es ja scheiße sein muss. Ich wollte neutral bleiben. Doch erst mal kurzer Abriss

Die Handlung

Der Film beginnt mit einer Schlacht. Vor Millionen von Jahren kämpfen Zordon (Bryan Cranston) und seine Power Rangers gegen die abtrünnige Rita Repulsa (Elizabeth Banks). Zordon und sein Team opfern sich, um die magischen Steine, die Power Rangers ihre Kraft verleihen, zu retten und auf der Erde zu verstecken.

In der Gegenwart lernen wir dann fünf Außenseiter/Loser kennen, die gemeinsam beim Nachsitzen hocken. Durch eine Verkettung von Umständen finden diese 5 später die magischen Steine und werden zu Power Rangers. Quasi Breakfast Club mit Superhelden. Sie werden von Zordon trainiert, um es mit Rita Repulsa aufnehmen und wie Erde verteidigen zu können. Rita plant nämlich, ein gigantisches Monster zu schaffen, dass der Erde quasi den Lebenskristall entreissen soll. Wie wir erfahren, hat jeder Planet, der Leben enthält, einen Kristall in sich, der das überhaupt erst ermöglicht. Wenn die Rangers Rita nicht stoppen, wird also alles Leben auf Erden ausgelöscht. Laut Zordon haben die Fünf dafür 11 Tage Zeit. So lange brauch Rita, um das Monster zu erschaffen.

Meine Meinung:

Gleich vorweg, ein Power Rangers Film, der 2 Stunden geht, bei dem man aber erst nach 90 Minuten mal Power Rangers sieht, macht schon mal grundlegend was falsch. Punkt. Man versucht hier, Charaktere zu entwickeln, die völlig uninteressant und austauschbar sind. Man hat natürlich wieder eine bunt gemischte Truppe, ein Afroamerikaner und ein Asiate sind auch dabei. Im Gegensatz zur Serie spielt hier der Asiate auch tatsächlich NICHT den gelben Ranger und der Afroamerikaner NICHT den schwarzen Ranger. Das ist doch schon mal was. Der Schwarze ist aber wieder der Comedy Relief Charakter, der dumme Sprüche reißt oder den Clown spielt. Ganz so weit sind wir dann also doch nicht gekommen.

Wir warten also 3/4 des Filmes auf die Power Rangers, diese werden quasi direkt in den Showdown geschmissen und der ist dann auch noch unspektakulär. Die Ranger haben, wie aus der Serie bekannt, auch Zords, also Kampfroboter, die wie Tiere aussehen. Und natürlich fügen die sich am Ende auch zu einem Megazord zusammen. Wer jetzt Spoiler schreit, hat die Serie wohl nie gesehen. So lief damals JEDE Folge. Der Megazord sieht dabei sogar noch relativ cool aus. Von Ritas Monster kann man das leider nicht behaupten. Das ist halt ein großer, computergenerierter Klumpen, der weder coole Fähigkeiten noch sonstwas mitbringt, was einen geilen Kampf ausmachen würde. Schade, hier wäre mehr gegangen.

Rita selbst ist im Grunde nicht schlecht. Wenn man sie mal mit dem Original aus der Serie vergleicht, ist sie schon um einiges besser dargestellt. Sie erinnert ein wenig an Enchantress aus Suicide Squad, aber mit besserer Körperhygiene. Leider kommt sie einfach nicht wirklich böse rüber. Die Frau will die Welt vernichten, guckt auch mal böse, aber so richtig bedrohlich wirkt sie jetzt nicht. Da hilft es auch nicht, dass sie ihre Weltzerstörungspläne kurz auf Eis legt, um mal kurz nen lecker Donut bei Krispy Kreme zu essen.

Hierzu muss ich auch ein paar Zeilen schreiben. Was hier an Schleichwerbung erfolgt, ist schon unverschämt. Wie oft die Worte „Krispy Kreme“ im Finale fallen, ist penetrant frech. Man würde denken, das Budget war hoch genug, dass man solche Peinlichkeiten nicht nötig hat. Man ziehe sich das nochmal rein: Rita Repulsa, eine Millionen Jahre alte, böse „Hexe“ stoppt zwischendurch, um einen Donut zu essen. Die Power Rangers sind mitten im Gefecht und sagen sowas wie „Rita ist im Krispy Kreme, wir müssen schnell zu Krispy Kreme“ „Ok, ich mach mich auf den Weg zu Krispy Kreme, treffen wir uns bei Krispy Kreme.“ Gehts noch?

Insgesamt haben wir also einen Power Rangers Film mit sehr wenig Power Rangers Action, einem seichten Showdown, eher mauen Effekten und schwachen Charakteren. Ich würde gerne sagen, dass der Film zumindest Kindern Spaß macht, aber die werden sich mal locker die ersten 60 Minuten langweilen. Erwachsene sollten sich ganz davon fernhalten. Vor paar Jahren gab es mal einen kleinen Fanfilm auf Youtube mit James van der Beek (Dawson aus Dawson’s Creek), der war besser als diese Neuverfilmung. Man hätte also durchaus was draus machen können. Aber man versucht den Spagat, sowohl alt als auch jung anzusprechen und bietet so am Ende für beide nichts Befriedigendes. Go Go Power Rangers, Go home, Power Rangers. Please.

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