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Filmreview: War Dogs – Waffenhandel für Anfänger

War Dogs erzählt die Geschichte zweier Freunde, die das schnelle Geld im internationalen Waffenhandel machen wollen, dabei jedoch immer tiefer in die Scheiße geraten.

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und wurde inspiriert von einem Artikel im Rolling Stone. In den Hauptrollen sehen wir Miles Teller und Jonah Hill. Hill mag ich persönlich ja seit „Superbad“ sehr. Zu dem Film muss ich auch unbedingt mal was schreiben. Aber eins nach dem anderen.

Die Handlung

Der Film beginnt damit, dass irgendwo in Albanien ein Auto anhält und zwei Maskierte einen jungen Mann aus dem Kofferraum holen. Kurz darauf hat er auch schon eine Wumme im Gesicht. Dieser junge Bursche ist David Packouz. Wie er in diese Situation geraten ist, erfahren wir erst später. Zeitsprung.

David, der sein Brot normalerweise als Masseur verdient und die Reichen von Miami durchknetet, erfährt, dass seine Freundin schwanger ist. Da wird ihm schnell klar, dass er mehr Geld verdienen muss. Sein Versuch, luxuriöse Bettlaken an Altersheime zu verkaufen, scheitert und er bleibt mit Schulden auf seiner Ware sitzen. Gerade rechtzeitig trifft er seinen alten Schulfreund Efraim wieder, der es faustdick hinter den Ohren hat und mit Waffen dealt. Er hat eine lukrative Geschäftsidee: Die US-Regierung schreibt auf einer Webseite Rüstungsaufträge aus, auf die sich auch kleine Unternehmen bewerben können. Hier winkt das schnelle, große Geld und sie bewerben sich auf verschiedene Aufträge.

Dabei haben stoßen sie auf Probleme wie Embargos und verschärfte Gesetze und müssen teilweise selbst in Krisengebiete reisen, um irgendwie die bestellten Waffen an ihr Ziel zu befördern. David verschweigt das alles natürlich seiner Freundin Iz, die sich auch nicht groß wundert, wo auf einmal die ganze Kohle herkommt. Der ganz große Coup winkt den beiden, als die Regierung einen Auftrag ausschreibt, der die afghanische Armee für die nächsten Jahrzehnte bis an die Zähne bewaffnen soll. Diverse Waffen wie AK47-Gewehre und 100 Millionen Schuss Munition sind hier angefordert. JACKPOT! Doch alleine können die beiden so eine Logistik nicht stemmen und lassen sich mit dem international zur Fahndung ausgeschriebenen Waffenhändler Henry Girard (Bradley Cooper) ein. Dass es nicht gut gehen kann, Waffen für die US-Regierung von einem von der US-Regierung gesuchten Terroristen zu kaufen versteht sich von selbst. Das gesamte Geschäft und die Freundschaft der beiden droht zu zerbrechen. Natürlich findet auch Iz irgendwann raus, wie ihr Mann das neue Appartment in Miami finanziert…

Meine Meinung

Alleine von der Thematik her, denkt man bei dem Film erst mal natürlich an „Lord of War“ mit Nicolas Cage. Ein Film, den ich persönlich durchaus mag. Die Thematik und die Unterwelt des Waffenhandels fasziniert micht irgendwie. Vor allem natürlich die perfide Skrupellosigkeit, auch durchaus mal beide Seiten eines Konfliktes hochzurüsten. Moral und Ethik sind da nur Ballast. Wenn dann die Patrone für die AK für 2 Cent eingekauft wird, ist es schon erschütternd, wie billig ein Menschenleben heutzutage ist.

Die beiden Protagonisten sind sehr unterschiedlich. David ist eher ein netter Typ, der wirklich nur ins Geschäft einsteigt, um seiner kleinen Familie eine gute Zukunft zu sichern. Efraim ist ein schmieriger, komplett skrupelloser und unberechenbarer Typ, der über Leichen geht, wenn die Kohle stimmt. Dass diese Beziehung nicht lange gut gehen kann, wird einem eigentlich recht schnell klar.

Beide liefern eine gute Performance ab, besonders Jonah Hill spielt den schmierigen Drecksack Efraim sehr überzeugend. Bekannt für sein loses Mundwerk kann er auch hier nach Herzenslust die F-Bombe droppen. Seine Geldgier macht ihn fast schon zum Soziopathen, der auch auf Knopfdruck lügt und jeden um den Finger wickelt. Bisher hat Hill ja oft eher nur den Sidekick gespielt, hier kann er mal auftrumpfen und das macht er definitiv gut. Dagegen wirkt Miles Teller etwas blass, aber sein Charakter soll ja auch eher brav und bieder sein im Vergleich zu seinem extravaganten Kumpel.

Was mir etwas fehlte, war die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Kriegsmaschinerie. Der militärisch-industrielle Komplex wird zwar angesprochen, Krieg als Wirtschaftszweig gezeigt. So kostet die Ausrüstung jedes Soldaten 17.000 Dollar und die USA verfügt über 2 Millionen Soldaten. So wirklich kritisch empfand ich die Darstellung jedoch nicht. Amerika braucht Waffen, skurrile Typen besorgen sie und sind am Ende die Bösen. Warum wird nicht hinterfragt, warum man 100 MILLIONEN Schuss nach Afghanistan liefern muss? Natürlich auch schwierig, kritische Töne in einem insgesamt eher heiteren Buddyfilm unterzubringen. Doch hätte es dem Film durchaus etwas mehr Tiefe verleihen können. Hab ich erwähnt, dass der Regisseur verantwortlich ist für die Hangover-Filme? Nein? Gut, vielleicht erwarte ich etwas zu viel. Insgesamt hat der Film durchaus Spaß gemacht und alleine für die beiden Protagonisten und ihre Eskapaden lohnt sich der Streifen schon.

Welcher Film jetzt besser ist, „War Dogs“ oder „Lord of War“ ist wohl Geschmackssache. Für mich hat Nic Cage wohl leicht die Nase vorn.

Ein Gedanke zu „Filmreview: War Dogs – Waffenhandel für Anfänger

  1. Ich muss zugeben, ich mag Jonah Hill nicht. Ich habe ihn natürlich in ‚Superbad‘ gesehen, und in ‚Das ist das Ende‘. Im letztgenannten Film spielen sich alle Protagonisten weitgehend selbst, aber Jonah spielt das Arschloch für mich da zu überzeugend…

    Mir persönlich ist der Typ einfach unsympathisch und ich würde ihm im Real Life nicht weiter trauen, als ich eine Hantelscheibe spucken könnte.
    Der ist mir sogar noch unsympathischer als Adam Sandler, was auch schon wieder eine Leistung ist.

    Zu dem Film selbst kann ich eher wenig bis gar nichts sagen. Habe den wohl mal gesehen, aber ihn relativ schnell wieder vergessen.

    Dieses endlose Gequatsche von Jonah möchte ich mal Kevin Smith’s ‚Silent Bob‘ gegenüberstellen, der ihn mit einem müden Seitenblick von der Leinwand fegen würde.

    Das ist natürlich alles total subjektiv, vielleicht ist er (Jonah) ja wirklich ein netter Kerl.

    Mir ist da jedenfalls Seth Rogen weitaus sympatischer (beide spielen in der selben Liga). Wer beide u. a. mit James Franco sich selbst spielen sehen will, dem sei ‚Das ist das Ende‘ wärmstens empfohlen.

    Aber Steven wird mir die abweichende Meinung über Jonah Hill verzeihen.
    Denn beide lieben wir Chris Pratt als Schauspieler und Menschen.

    Das schweißt zusammen, und daran kann auch ein Jonah Hill nichts ändern.

    Obwohl ich mich an War Dogs kaum erinnern kann (und mich in so fern weit aus dem Fenster lehne) halte ich ‚Das ist das Ende‘ für den weitaus besseren Film. Habe bald Urlaub, und der Review zu diesem Film steht auf meiner Liste.

    Wer schräge Filme mag, dem wird dieser Film wahrscheinlich gefallen.
    Einziges Manko:
    Silent Bob fehlt… 🙂

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