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Kartenspiel für DC-Fans: Das DC-Deckbuilding Game

Heute möchte ich euch ein Kartenspiel vorstellen, dass die Herzen aller DC-Freunde höher schlagen lassen sollte: Das DC-Deckbuilding Game!

Dieses Spiel von Cryptozoic ist schon länger draußen und hat massenhaft Expansions. Mittlerweile ist vom Grundspiel jedoch auch eine deutsche Fassung von KOSMOS auf den Markt gekommen.

Ich gehe hier auch nur auf das Grundspiel ein. Auf englisch gibt es mehrere Basisboxen, mit denen man loslegen kann, es lassen sich aber alle Sets auch zusammenwerfen. Damit nicht genug, andere Deckbuilding-Spiele von Cryptozoic sind ebenfalls kompatibel. Zu nennen wären beispielsweise Street Fighter oder Naruto. Batman gegen Ryu? The Flash gegen Zangief? Warum nicht?

Doch wie gesagt, wir beschränken uns auf das Grundspiel und ich erkläre es für Neulinge. Wem das Grundspiel gefällt, kann im Grunde alle weiteren Sets nach und nach dazukaufen. Ja, mehr ist besser!

Zunächst ein kleiner Exkurs: Was sind denn eigentlich Deck-Building Spiele?

Eines der ersten und auch populärsten Deck-Building Spiele war wahrscheinlich Dominion, sehr beliebt ist auch die Ascension-Reihe, von der das DC-Spiel… sagen wir mal… stark inspiriert wurde *hüstel*

Bei Deckbuilding-Spielen bauen Spieler, wie der Name schon sagt, nach und nach ihr Kartendeck auf. Dies ist der große Unterschied zu Spielen wie Magic, bei denen jeder vorab bereits sein Deck designt und dabei auf seine eigene Sammlung zurückgreift. Hier ist meist der im Vorteil, der mehr Kohle ausgegeben hat und die besseren Karten besitzt. Dies entfällt bei Deckbuilding-Spielen komplett und jeder kann mitspielen, ohne vorher eine Hypothek aufs Haus aufnehmen zu müssen.

Alle Spieler starten mit den gleichen Karten und kaufen sich nach und nach mit Spielwährung neue Karten, die sie auf ihren Stapel legen. Sind alle Karten gespielt, wird der Stapel gemischt und man hat nun die Chance, eine der neuen, meist weit besseren Karten in die Hand zu bekommen. Die Herausforderung  besteht nun darin, sein Deck so zu bauen und zu managen, dass Karteneffekte sich gegenseitig verstärken oder Kombos ermöglichen. Hier liegt der ganze Reiz. Die unzähligen Karten ermöglichen mehr Kombinationen als ein NASA-Rechner hochrechnen könnte. Hier kann dann experimentiert und für die eigene Spielweise die richtige Strategie entwickelt werden.

Wie läuft das Ganze nun im DC-Deckbuilding Game ab?

Das Spiel ist sehr simpel und perfekter Einstieg ins Genre.  Zunächst zieht jeder Spieler einen Superhelden. Im Basisspiel sind das ausschließlich Justice League Mitglieder. Jeder Held hat eine Spezialfähigkeit. Meist laufen diese darauf hinaus, dass bestimmte Kartentypen höhere Boni bringen. Batman als Meister der Gadgets bekommt beispielsweise Boni auf Equipment-Karten, Superman dagegen auf Superkräftekarten, usw. In späteren Sets wurde man auch etwas kreativer, mit etwas Fantasie passen die Fähigkeiten und Spielmechanismen aber sehr gut zu den Charakteren.

Alle Spieler starten nun mit einer Zahl von Schlägen- und Schwächenkarten. In der Mitte liegt eine „Straße“ mit Karten, die man kaufen kann. Aber auch Bösewichte treiben sich in den Straßen rum und wollen eins auf die Nase.

Jede Runde zieht man Karten und zählt die Power der Schläge zusammen. Diese Power ist die einzige Währung für alles. Damit kann man kaufen, aber auch kämpfen. Dies macht im Grunde keinen Unterschied, da man so z.B. besiegte Schurken nicht einfach aus dem Spiel nimmt, sondern wie gekaufte Karten in sein Deck mischt und fortan ausspielen kann. Viele Fans stören sich hieran, weil es ihnen nicht einleuchtet, warum plötzlich Gorilla Grodd für The Flash kämpfen soll. Dazu kann man nur sagen: Es ist nur ein Spiel!

Zu Beginn wird man sich jedenfalls darauf konzentrieren, mit seiner Power bessere Karten zu kaufen, um mehr Power generieren zu können, um entweder stärkere Gegner zu besiegen oder teurere Karten zu kaufen. Ziel des Spieles ist es, den Stapel mit Superschurken abzuarbeiten. Diese sind so stark, dass man schon einige Runden brauch, bis man regelmäßig genug Power generieren kann, um diese platt machen zu können. Auch diese Karten sackt man dann ein und kann sie spielen. Das Spiel endet, wenn alle Superschurken besiegt sind. Dann zählen alle Spieler ihre Sterne auf ihren Karten zusammen, wer die meisten hat, gewinnt.

Und warum ist das Spiel nun empfehlenswert?

Das Spielprinzip ist super einfach, wenn man es einmal verstanden hat, die Möglichkeiten aber sehr groß. Einfach nur die Karten kaufen, die die schönsten Bildchen hat, bringt nicht viel, Synergie-Effekte und Kombo-Möglichkeiten müssen erkannt und ausgenutzt werden.

A propos Bildchen: Die Karten sind durchweg mit Artworks aus den New 52 Comics versehen und sind fantastisch. Einige dürften von Jim Lee und anderen aktuellen Größen der Comicwelt stammen. Also alleine dafür lohnt sich der Kauf für DC-Fans.

Das Spiel ist im Grunde ab ca. 8 Jahren spielbar, gut lesen sollte man nämlich schon können. Wenn Mama oder Papa erst bei jeder Karte erklären muss, was sie kann, bevor Sohnemann sich für einen Kauf entscheidet, wird’s schnell mühselig. Dank der nun erhältlichen deutschen Version kann ansonsten aber so ziemlich jeder seinen Spaß haben und mal als Wonder Woman dem Joker einen neuen Scheitel ziehen.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, hat, wie erwähnt, mehr Auswahl und kann zwischen verschiedenen Basissets wählen. Wer nicht so scharf auf die Justice League ist, kann beispielsweise auch ein Teen Titans Set kaufen. Oder man wäre lieber mal auf der anderen Seite und greift zum Forever Evil Set, das einem erlaubt, die Bösewichte zu spielen. Letztlich bleibt das Spielprinzip gleich und alle Sets lassen sich zu einem Megaset kombinieren.

Von mir an dieser Stelle wärmste Empfehlung. Ich hatte mit Spielen dieser Art vorher nichts zu tun und habe es tatsächlich nur wegen der Artworks gekauft und mich dann in das Spielprinzip von Deckbuilding-Spielen verliebt. Das DC-Spiel ist definitiv nicht das beste Spiel seiner Art, aber es ist gerade für DC-Fans der perfekte Ausgangspunkt. Und wenns keinen Spaß macht, hat man immer noch schöne Karten anzuschauen.

Preislich ist man mit ca. 20 Euro dabei und sollte im Amazonas oder dem Spieledealer seines Vertrauens fündig werden.

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