John Cusack und Samuel L. Jackson in Puls (Cell)

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Kurzreview: Puls – Bei Anruf Zombie-Apocalypse

Auf meinem Filmstapel lag seit längerem der Film „Cell“ (hierzulande „Puls“), am Wochenende kam ich nun mal dazu, ihn mir anzuschauen. Im weiteren verwende ich den Originaltitel. So kenn ich den Film, den deutschen Titel hab ich grade mit Google rausgefunden. Bei Cell  handelt es sich im eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King, was schon mal gleich skeptisch stimmt. Ich mag Stephen King sehr gerne, aber ein Großteil der Verfilmungen seiner Werke sind ziemlicher Käse. In den Hauptrollen sehen wir John Cusack als getrenntlebender Vater, der seinen Sohn besuchen will und Samuel L. Jackson in seiner Paraderolle als Samuel L. Jackson.

Die Handlung:

Die Handlung ist schnell erzählt. Cusacks Charakter Clay landet am Bostoner Flughafen und will seine Exfrau und seinen Sohn besuchen. Plötzlich gibt es ein schrilles elektronisches Signal über alle Handys und Telefone und jeder, der in dem Moment einen Hörer am Ohr hat, dreht komplett durch. So wie ich, wenn sonntags ein Meinungsumfrageinstitut anruft. Die Betroffenen sind wie von Sinnen und gehen auf ihre Mitmenschen los. Es bricht totales Chaos aus. Durch die Stadt zu flüchten ist quasi ausgeschlossen, darum versuchen es die Menschen durch die U-Bahn-Tunnel. Dort trifft Cusack auf Jackson und beide ziehen fortan zusammen weiter. Im Laufe der Story schließen sich auch andere Überlebende an und versuchen der Quelle des Signals auf die Spur zu kommen und möglichst alles wieder rückgängig zu machen. Die „Zombies“ verfügen offensichtlich über eine Schwarmintelligenz und kommunizieren auch quasi drahtlos miteinander. Zudem scheint es unter ihnen eine Art Anführer zu geben. Was steckt also hinter den Geschehnissen?

 

Meine Meinung:

Gleich vorweg, ich hab das Buch von King gelesen und fand es ok. Mehr nicht. Kein Vergleich zu seinen Meisterwerken wie „Es“ oder „The Stand“. Von daher waren meine Erwartungen nicht sehr hoch. John Cusack ist ja leider auch eher in die B-Riege abgestiegen und hat lange nichts wirklich Gutes mehr gemacht. Dieser Trend setzt sich mit Cell fort. Die Idee, dass Handynutzer zu Zombies werden, ist als Prämisse ja schon ziemlich platte Gesellschaftskritik, aber daraus hätte man ja schon was machen können. Man fragt sich, wer oder was hinter dem Signal steckt. Eine Terrororganisation? Die CIA? Etwas Übernatürliches? Das hat ja schon einen gewissen Reiz, aber wirklich befriedigend beantwortet wird die Frage nicht. Dabei spitzt sich das Mysterium immer weiter zu. Der Anführer der „Zombies“ beispielsweise sieht genau aus wie eine Comicfigur, die sich Clay ausgedacht hat und die auch in seinem Comic das Ende der Welt einleitet. Das sind alles Ideen, aus denen man was machen kann. Doch wie auch Stephen King oftmals Probleme hat, ein wirklich gutes Ende zu schreiben, kommt auch hier am Ende nicht viel rum. Bei King lohnt sich jedoch die Reise. Wenn ich 800 toll geschriebene Seiten lese und dann das Ende nicht so dolle ist, bereuhe ich nicht unbedingt, die 800 Seiten gelesen zu haben. Doch in diesem Film sind die 90 Minuten bis zum mauen Finale leider auch nichts besonderes.

Die schauspielerischen Leistungen von Cusack und Jackson gehen in Ordnung. Wie erwähnt spielt Jackson eh wieder die gleiche Rolle wie in jedem Film: Samuel L. Jackson. Fluchen und Flachpfeifen den Arsch wegschießen? Kann er! Viel mehr ist aber leider auch nicht geboten. Die restlichen (temporär) Überlebenden sind teilweise sehr klischeehaft und nervig. Aber als Duo funktionieren die beiden durchaus. Man hat sie ja auch schon in einer anderen King-Verfilmung gesehen: 1408. Der definitiv bessere Film.

Horrorfans kommen leider auch nicht groß auf ihre Kosten, der Gewaltfaktor hält sich in Grenzen und gruselig wirds auch selten.

 

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