© ORIGIN

Mein Leben in der digitalen Games-Welt: Teil 1

[Antwort auf Blogparade von ‚Gaming Devil‘]

Ich bin noch mal ein paar Tacken √§lter als Steven. Aber wenn ich dem seine Zeilen lese, dann war ich ja als Heranwachsender schon fast Indiana Jones Jr. ūüėČ

Meine Kindheit bestand im Drau√üen spielen. Freizeit hie√ü, dem elterlichen Scho√ü zu entfliehen und drau√üen mit Freunden abzuh√§ngen. Zum Abendessen mussten wir nat√ľrlich p√ľnktlich zuhause sein, aber bis dahin erlebten und spielten wir, was die Phantasie hergab. Ich kann mich erinnern, dass wir Messerk√§mpfe ausfochten – mit Steinzeitmessern der YPS-Hefte.

Irgendeine fr√ľhe Konsole:

Einer von meinen Freunden hatte eine Konsole. Die hießen damals noch nicht so. Aber man konnte mit diesem Gerät tatsächlich auf dem Fernseher spielen! Damals war das eine Sensation! Man konnte nicht nur passiv zuschauen, sondern tatsächlich das Treiben auf der Mattscheibe bestimmen! Interagieren mit der Glas-Titte, wie sie Johnny Depp mal bezeichnete.

Dieses Gerät hatte drei Spiele: Tennis, Squash und Tontaubenschießen.

Die Graphik war S/W. Beim Tennis hatte man einen Schl√§ger, der durch ein Rechteck dargestellt wurde. Der Ball war ein Quadrat. Das Netz war ein Strich. Es gab kein Seiten-Aus, sondern der Ball/das Quadrat prallte von der Seitenbegrenzung ab, wie beim Billard. Je weiter der Ball von der Mitte des Schl√§gers auftraf, desto gr√∂√üer war der Winkel indem er absprang. Was f√ľr ein geiles Spiel! Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass in der Zukunft noch tollere Spiele kommen k√∂nnten.

Squash war im Prinzip das selbe, nur dass die Spielbegrenzung U-förmig war und man jeweils in die selbe Richtung spielte.

Tontaubenschie√üen war ein √ľber den Bildschirm fliegendes Quadrat, welches man mittels bewegbaren Kreuz abschie√üen konnte.

Die ATARI-Konsole:

Ein paar Jahre später bekam ich die Atari-Konsole zu Weihnachten, inklusive Pac-Man. Die Spiele waren auf einem Datenträger, der ein wenig kleiner und dicker als eine Toastbrot-Scheibe war. Diese Spiele steckte man dann von oben in die Konsole ein.

Dieser Heiligabend ging bis zum Heiligmorgen. Es war in meinem Leben das erste Mal, dass ich eine Nacht durchgemacht habe. Um Geister in einem Labyrinth zu fressen.

Die Brotkiste (C64)

Ein paar Jahre später kam dann die Brotkiste Рbesser bekannt als C 64. Unabdingbar war hier eine sogenannte Datasette, da die C64 keinen internen Speicher hatte. Die Datasette las die Daten von herkömmlichen Audio-Kasetten aus.

Ich wei√ü gar nicht mehr, wie ich an die Spiele kam. Gekauft hatte ich sie jedenfalls nicht. Das beste Spiel war unangefochten GCS Zaxxon. GCS stand f√ľr ‚German Cracking Service‘. War total illegal. Legal, illegal, schei√üegal. Was scherte einem vorpubertierenden J√ľngling irgendwelche Copyright-Rechte? Au√üerdem gab es Spiele namens ‚Blue Max‚ und ‚Raid over Moscow‚, die mich ebenfalls begeisterten.

Es gab damals auch Zeitschriften, die ASCII-Codes zum abtippen beinhalteten. Mein Kumpel und ich tippten stundenlang Zahlen und Buchstabenkolonnen ab, um dann zu lesen:

Syntax Error in (….)

Es dauerte stundenlang, um all die Tippfehler abzuarbeiten. Irgendwann startete dann der Befehl ‚Run‘ das fertige Spiel, welches so grottig war, dass es heute nicht nachvollziehbar zu beschreiben ist.

Der Personal Computer (PC): 386er, 486er und Pentium

Irgendwann kamen dann die Personal Computer auf den Markt. Mein erster war ein 386er mit 170 MB Festplatte und 4 MB RAM-Speicher. Hat mich 2.500 DM gekostet. Da hatte ich schon bereits einen zarten Flaum unter der Nase und vereinzelte Sackhaare. Selbstverst√§ndlich erstand ich mir damals dieses High-Teck-Ger√§t nicht um EXEL-Tabellen zu generieren, Texte per Word zu verfassen, oder anderes Spie√üerged√∂ns. Nein, es war die Plattform f√ľr Spiele, die damals noch in Disketten ausgeliefert wurden. Sp√§ter wurde dann auf den 486er umgestigen bis hin zum Pentium.

Meine Lieblingsspiele waren damals:

Privateer (unangefochten), Syndicate und X-Wing.

Wing Comander habe ich zeitversetzt gespielt, weil sie jeweils die aktuellste Hardware benötigten. CD-ROM-Laufwerk? Aktuellste Graphik- und Soundkarte? Konnte ich mir damals beim Release nicht leisten.

Daf√ľr gab es dann in den Zwischensequenzen Videos (!!!) mit Sprach-Samples (!!!). Die unterirdischen Kullissen im Hintergrund waren egal, zumal Mark (Skywalker) Hamill und Malcom (Clockwork Orange) McDowell mitspielten.

(wird fortgesetzt…)

 

Ein Gedanke zu „Mein Leben in der digitalen Games-Welt: Teil 1

Schreibe einen Kommentar