Passengers mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence

© Sony Pictures Entertainment

Double Review: Passengers: SciFi-Beziehungsdrama

Heute stelle ich euch den Film Passengers vor, der mich damals im Kino sehr begeistert hat. Leider gabs auch da noch kein SpiFiCo, daher schiebe ich jetzt passend zum Bluray-Release ein Review nach. Die Bluray hab ich selbst leider noch nicht, daher spreche ich wirklich nur über den Film, nicht die Disc oder Bonusmaterial. An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass ich großer Chris Pratt Fanboy bin und wahrscheinlich alles gucken werde, was der Kerl die nächsten Jahre rausbringt. An dieser Stelle sei auch auf das Review zu Guardians of the Galaxy Vol. 2 verwiesen. Ich wette mit euch, Pratt wird in spätestens 1-2 Jahren der bestbezahlte Schauspieler in Hollywood sein. Da hab ich keine Zweifel. Selten einen netteren, positiveren und charismatischeren Typen als Pratt gesehen. So, genug Lobhudelei, kommen wir zum Film.

Steven:

Worum gehts in Passengers?

In Passengers kolonisieren die Menschen fremde Welten. Hierzu können sich gut betuchte melden und in die neue Welt reisen oder man qualifiziert sich durch seinen Beruf. Chris Pratt spielt Jim Preston, der durch sein technisches und handwerkliches Geschick mit auf die Reise gehen darf, da seine Fähigkeiten in der Kolonie absolut gefragt sind. Er und alle anderen Passagiere, so wie die gesamte Crew befinden sich in Hibernationskammern und schlafen den über 90 Jahre dauernden Trip. Das Schiff fliegt auf Autopilot. Nun kommt es zu einem Zwischenfall, das Schiff gerät in einen Asteroidenhagel und wird beschädigt, wodurch Systeme ausfallen. Unter anderem fällt so Prestons Kammer aus und er erwacht Jahrzehnte zu früh. Er ist nun völlig alleine auf dem Schiff, alle anderen schlafen friedlich weiter. Die Crew ist hermetisch abgeriegelt und Nachrichten zur Erde brauchen ca. 40 Jahre, bis eine Antwort kommt. So verbringt er nun ein Jahr alleine, nur mit einem Androiden-Bartender als Gesellschaft. Doch irgendwann entdeckt er die Kammer von Aurora Lane (Jennifer Lawrence) und ist sofort von ihr fasziniert. Er recherchiert über sie in der Schiffsdatenbank, schaut Bewerbungsvideos von ihr und verliebt sich. Nun steckt er im Dilemma: Verbringt er den Rest seines Lebens alleine oder weckt er sie auf und zerstört damit im Grunde auch ihr Leben, nur um seines etwas angenehmer zu machen? Ich denke, es ist kein Spoiler, wenn ich seine Entscheidung verrate: er weckt sie auf. Wer jetzt doch „Spoiler!“ schreit, gehe mal kurz in sich. Habt ihr geglaubt, man zahlt Jennifer Lawrence Millionen und haut sie aufs Plakat, wenn sie nur 2 Stunden durchpennt? Erst denken, dann maulen. Abgesehen davon ist sie im allerersten Frame des Trailers bereits WACH zu sehen 😛

Mein Eindruck

Für mich war „Passengers“ ein Überraschungshit letztes Jahr. Eigentliches Highlight war für mich ja Rogue One (Review folgt noch, wenn ich die Bluray angeschaut habe). Dem habe ich, wie jedem Star Wars Streifen, entgegengefiebert. Aber wenn ich ehrlich bin, gefiel mir Passengers besser.

Die Geschichte ist sicher nichts Besonderes, aber der Film lebt auch eher von den Charakteren und ihrer Beziehung. Chris Pratt und Jennifer Lawrence müssen entsprechend den Film weitestgehend alleine tragen. Das schaffen sie auch, meiner Meinung nach. Die beiden würden auch im echten Leben gut zusammenpassen, da sie beide bisschen durchgeknallt und sich für keinen Blödsinn zu schade sind. Diese Chemie überträgt sich auch im Film und man nimmt ihnen ab, dass sie aneinander hängen. Umso schmerzhafter ist es, wenn sich die beiden streiten, was natürlich nicht zu verhindern ist, wenn man alleine miteinander eingesperrt ist. Hier gehts dann wirklich zur Sache. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr z.B. im Café sitzt und am Nebentisch streitet ein Paar? UNANGENEHM. So ist es hier auch, weil der Film einfach eine gewisse Intimität aufbaut, in der man auch als Zuschauer involviert ist.

Handwerklich gibts auch nichts auszusetzen. Das Setdesign ist super, das Schiff sieht halt aus wie ein futuristischer Luxusliner mit Freizeitangeboten, Restaurants, Bars, etc. Es ist nämlich vorgesehen, dass die Passagiere ein Jahr vor Ankunft in der Kolonie aufwachen und dann quasi eine lange Luxuskreuzfahrt bekommen. Das finde ich persönlich etwas übertrieben, wer will schon ein Jahr auf einem Schiff verbringen? Außerdem wären die Kosten ja weit weit niedriger, wenn die Leute bis zum Ende durchpennen würden. Hunderte oder tausende Menschen ein Jahr versorgen ist ja logistisch schon ne Aufgabe. Krasse Special-Effects gibts jetzt eher wenig. Wir haben ja keine Weltraumschlachten oder sonstwas. Die Effekte sind natürlich gut gemacht, aber 90% des Filmes spielt sich innerhalb des Schiffes ab und hier sinds ja dann doch Kulissen aus guter Handarbeit. Vielleicht muss ich meine Meinung ja revidieren, wenn ich ein Making-Of gesehen habe, aber aktuell würd ich Passengers nicht als CGI-Bombast bezeichnen.

In gewisser Weise ist der Film größtenteils ein Kammerspiel. Das klingt verrückt, weil das Schiff wahrscheinlich so groß ist, dass man einen Tag bräuchte, um von einem Ende zum anderen zu laufen, aber es spielt sich ja dennoch immer alles auf kleinem Raum ab. Ob Preston jetzt alleine in seiner Kabine sitzt, in der Bar oder in der Kantine, ob er mit Aurora abends essen oder tanzen geht, alles fühlt sich klein und intim an. Wenn sie sich streiten, hätten sie kein Problem, sich für immer aus dem Weg zu gehen, aber die Angst vor der Einsamkeit lässt sie dann doch in der Nähe des anderen bleiben. Also es ist ein Kammerspiel in der größtdenkbaren Kammer. Als Zuschauer steckt man mit den beiden in dieser Kammer und erlebt alles mit. Die Hochs und Tiefs. Darum funktioniert dieser Film für mich. Vielleicht wäre es mit anderen Darstellern nicht so und ich hätte ein anderes Urteil. Aber hätte, hätte, Fahrradkette: Ich mag den Film sehr.

 

Ralf:

Chris Pratt ist Jemand, den Steven und ich gleichsam mögen. Er hat tatsächlich eine unglaublich symphatische Aura und ich würde ihm vermutlich jeden Gebrauchtwagen abkaufen, auch wenn er es aus eigener Kraft (der Wagen) nur vom Verkaufsplatz schaffen würde und dabei eine Ölspür hinter sich herzöge.

Der neuste Jurassic Park-Film ist eigentlich ein schlechter, aber Chris macht ihn dann schon sehenswert. Und in Guardians of the Galaxy ist er einfach die Idealbesetzung von Peter Quill/Starlord.

Und wenn man denn Indiana Jones neu verfilmen wollte, wen würde ich als Produzent als ersten anrufen?

Aber zum Film:

Die Chemie zwischen Chris und Jennifer stimmt, da gebe ich Steven recht. Sie funktionieren als Liebespaar.

Das alleine (neben dem wirklich grandiosen Produktionsdesign) hebt den Film meiner Meinung nach aber nicht auf das Niveau eines herausragenden Filmes. Er unterhält gut, während man ihn sieht – und jedem sei dies empfohlen. Aber darüber hinaus vergisst man ihn relativ schnell. Auch in Anbetracht der Chemie zwischen den Protangonisten ist der Film nicht nachhaltig, sondern letztendlich nur wirklich gutes Unterhaltungskino.

Der Film fesselt; er hat seine Spannungsspitzen, die emotionaler und dramaturgischer Natur sind.

Aber letztendlich wird man ’nur‘ auf hohem Niveau unterhalten, was aber nicht reicht, um sich nachhaltig an ihn zu erinnern.

 

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