Ip Man Wing Chun

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Ersteindruck zur Serie ‚Ip Man‘: Blutige Nase!

Ich habe eine Kampfsport-Affinität. War in meiner Jugend Bruce Lee Fan. Habe mich auch für das ganze Drumherum interessiert.

Habe auch die Ip Man Filme gesehen. Zur Erklärung: Yip Man ist eine historische Person, war ein Meister des Wing Chun der auch, jaja, Bruce Lee anfänglich in die Kampfkunst unterwiesen hat.

Die Ip Man Filme sind sicherlich nicht oskarverdächtig, aber sie tragen den Zuschauer immerhin professionell bis zum Ende.

Die Kampfszenen waren weit davon entfernt, bspw. Raid 1+2 auch nur im entferntesten das Wasser zu reichen, aber man kam sich nicht verarscht vor, man fühlte sich nicht um 90 Minuten betrogen.

Heute habe ich spontan für knapp 30 € die 1. Staffel der Serie gekauft. Eine gute, ambitionierte Serie über diese Person wäre sicherlich interessant. Es gibt so viele gute Serien, warum sollte Ip Man eine Ausnahme sein?

Ich wollte die Serie gut finden, aber bereits beim Einspann schwante mir Böses.

Dann schaute ich mir die erste Folge an, und musste darüber folgendes schreiben:

Es ist fast schon wieder witzig, wie schlecht das ist. Gut, ist eine chinesische Serie. Da muss man sich von seinen westlich-geprägten Sehgewohnheiten ein gerüttelt Maß verabschieden: Over-Acting, überbordender Pathos und ständige Kicherei bei nicht witzigen Szenen.

Das hielt sich bei den Ip Man-Filmen in ertragbaren Grenzen, aber hier wird das einfach nur abgefeiert:

Außer den wirklichen Hauptpersonen wurden andere Rollen augenscheinlich von Komparsen gespielt. Die Performance der 2. Reihe der Besetzung erinnert an das Niveau von Schulaufführungen.

Nein, diese Serie ist einfach schlecht.

Bereits in der ersten Folge habe ich eine Szene gesehen, in der ein Kung Fu-Kämpfer auf einen 5 Meter hohen Ast springt. Sind die Macher dieser Serie immer noch nicht weiter, als 70er -80er Shaolin Filme? Den Kämpfen fehlt einfach die Realität. Da ist Physik nur eine unverbindliche Empfehlung. Die Inszenierung der Kämpfe ist ebenfalls grottig. Oft verliert man den Überblick über das Kampfgeschehen. Verwischte Zeitlupensequenzen wollen Dynamik erzeugen, aber die Kämpfe sind so antiseptisch, so gekünstelt, dass man nie von den Kämpfen mitgerissen wird, sondern einfach nur Zeuge einer schlecht inszenierten Action-Sequenz ist.

Eigentlich habe ich die 4-Folgen-Regel: Urteile nie über eine Serie, von der Du nicht die ersten vier Folgen gesehen hast!

Aber so sehr kann sich die 1. Staffel gar nicht mehr steigern, als dass ich meinen Kauf nicht bereuen würde…

 

[Dieses Review wurde ausdrücklich lediglich nach dem Sehen der 1. Folge verfasst.]

 

 

2 Gedanken zu „Ersteindruck zur Serie ‚Ip Man‘: Blutige Nase!

  1. Das erinnert mich an mein erstes anschauen von „Tiger & Dragon“. Ich hab total abgekotzt und war mega angepisst, für den Scheiß Geld ausgegeben zu haben. Leute, die durch die Luft fliegen, durch Baumwipfel laufen, dabei noch das Schwert schwingen… Was soll das?

    Dann hab ich den Film nochmal angeschaut, mich drauf eingelassen und ihn lieben gelernt. Fantastischer Film.

    Da steckten aber auch paar Milliönchen mehr drin als in dieser Serie hier, nehme ich an.

    1. Die Ausstattung ist eigentlich in Ordnung. Das Bild gestochen scharf. Schauspielerisch und kampfchoreographisch allerdings unterste Kreisliga. Vielleicht hatten sie kein Geld für richtige Schauspieler, wer weiß?

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