Dance with the dead

Synthwave: Ein Nischen-Musikgenre für Nerds

Synthwave als Genre

Steven:

Synthwave ist eine Form elektronischer Musik, die zwar schon seit den 2000ern ein Nischendasein im Internet begann, doch spätestens mit dem Film „Drive“ bekannter und populärer wurde. Für mich war „Drive“ ebenfalls erster Kontakt, was sich danach für mich eröffnete, war erst mal erschlagend, aber geil 🙂

Das Genre wird zum Teil auch Retrosynth oder Futuresynth genannt, aber Bezeichnung hin oder her, im Grunde geht es immer um eines: elektronische Musik, die von Filmen und Videospielen inspiriert wurde. Gerne mit einem gehörigen Schuss 80er-Style, inspiriert von Carpenter-Filmen, Tangerine Dream usw.Grade das dürfte Nerds meiner Generation sehr zusagen. Teilweise hat man einfach ein wohliges, nostalgisches Gefühl beim Hören dieser Retromucke, obwohl sie mit neuester Technik komponiert wird.

Die meisten Künstler setzen rein auf instrumentale Tracks, Vocals gibt es eher selten. Vielleicht werden mal Soundsamples aus Filmen genutzt, speziell eingesungene Tracks sind dagegen absolut die Ausnahme. Das macht die Musik auch zur perfekten Hintergrundmusik. Ich lass den Kram gerne laufen, während ich zocke, aber manches würde sich auch super eignen, nebenher zu laufen, wenn man den neuesten SciFi-Schinken liest oder mit Freunden ne Runde Shadowrun, Space Hulk oder sowas spielt. CD Projekt Red sollte mal paar Künstler für den Soundtrack zu „Cyberpunk 2077“ anheuern. Wem der Soundtrack der Netflix-Serie „Stranger Things“ gefällt, sollte sich auch mal mit dem Genre auseinandersetzen.

Wo fang ich an?

Künstlerempfehlungen für den Einstieg wären meinerseits zum einen „Perturbator“, was auch mein erster größerer Berührungspunkt nach „Drive“ war. Perturbator besteht nur aus James Kent, dessen Musik sehr stark von SciFi-Filmen und dem Cyberpunk-Genre inspiriert ist. Manche Tracks würden perfekt zu Bladerunner passen, andere eher zu Carpenters „Escape from New York“. Die Musik ist generell eher düster, sehr atmosphärisch. Perturbator gehört mittlerweile auch zu den bekanntesten Künstlern des Genres, ist fast schon das Aushängeschild. Wegen der düsteren Klänge hat seine Musik auch in der Metal-Szene Anklang gefunden und er ist des öfteren mit Interviews in Metal Magazinen zu finden.

Mein Favorit ist das Duo „Dance with the dead“. Hierbei handelt es sich um Jaypeau und Tony Kim aus Kalifornien. Die beiden vereinen selbst eingespielte Gitarrenriffs mit dem typischen Sound des Genres. Auch hier ist einiges eher düster und geht Richtung Carpenter, jedoch ist die Bandbreite größer. Es gibt auch durchaus tanzbare, spaßige Mucke. Eine Spezialität des Duos ist auch des Remixen von bekannten Soundtracktiteln oder Musikstücken. Besonders geil, meiner Meinung nach, ist der Remix zu Metallicas „Master of Puppets“. Findige Youtuber haben den Track genutzt, um damit einen Clip-Compilation aus „Dredd“ zu unterlegen. Sehr geil.

Mindestens genauso gut ist dieses Video untermalt mit „Robeast“ von Dance with the dead. Welchem 80er-Kind dabei keiner abgeht, würd ich gern wissen.

Meine Empfehlung an dieser Stelle: Sowohl Perturbator als auch Dance with the dead arbeiten sind indie unterwegs und vertreiben ihre Musik vor allem digital online. Ihr findet beide auf Bandcamp, könnt dort in die Musik reinhören und sie auch direkt kaufen. Wer Spotify nutzt, findet sie auch dort, außerdem haben sie auch teilweise ihre Alben komplett auf Youtube. Über Spotify und Youtube bekommt ihr natürlich auch Empfehlungen zu anderen Künstlern des Genres wie „Carpenter Brut“, „Gost“, „Mega Drive“ und vielen weiteren. Das ist das Schöne, wenn man ein neues Genre entdeckt. Ich hoffe, dem ein oder anderen gefällt, was er hört.

Hier die Bandcampseite von Perturbator und hier die von Dance with the dead

 

Ralf:

Das 1. Video ist visuell wirklich geil untermalt. Aber musikalisch hat man den Metallica-Song auch nicht groß weitergebracht.

Das 2. Video hingegen feiert die 80er! Und ich feiere das mit, so geschmacklos (sic) das damals auch war.

Für mich ist ‚Synthwafe‘ aber trotzdem immer noch der Score von Carpenters ‚Die Klapperschlange‘:

Aber, so hat jeder seins…

 

🙂

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