Classic Doom

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Videospiele und ich – Eine Liebesgeschichte Part 1

Der gute Gaming Devil schildert in seinem Blog die Geschichte seines Zockerdaseins und Motivation, einen Blog zu gründen. Er ruft dazu auf, es ihm gleich zu tun. Dem Ruf möchten wir hiermit folgen. Mit meinen knackigen 35 Jahren schaue ich auf eine bewegte Geschichte bewegter, wenn auch anfangs pixeliger Bilder zurück. Die Entscheidung zum Blog kam dabei erst in jüngster Vergangenheit. Als lieber Leser gehörst du noch zu den Pionieren, zu den Leuten, die SpiFiCo schon kannten, bevor es cool war. Dafür an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch, du alter Hipster!

Natürlich zähl ich jetzt hier nicht alles auf, was ich jemals gespielt habe. Ich pick mir eher die Meilensteine raus, die mir für immer im Gedächtnis bleiben werden und die für mich einfach untrennbar mit Kindheit und Jugend verbunden sind. Wahrscheinlich werden mich manche Erinnerungen in Schreibrage bringen und weitere Artikel ergeben.

Wie alles anfing

Ich hab schon früh sowohl Computer und Konsolen zur Verfügung gehabt und beides parallel gezockt. Der Einfachheit halber trenne ich das Ganze hier aber und schreibe erst mal über die Computer und danach über die Konsolen, denen ich dann auch treu geblieben bin.

Die Computerjahre

Meine ersten Erinnerungen an Videospiele sind noch eher passiv. Sowohl mein Vater als auch mein großer Bruder waren schon begeisterte Zocker. Mein Bruder hatte in seiner Bude einen Atari stehen, ich kann leider heute nicht mehr nachvollziehen, welcher genau das war. Damit durfte ich eh nie spielen, daher nicht sehr relevant. Aber man lässt ja keine Gelegenheit aus, seinen großen Bruder als egoistischen Sack zu dissen. Viel prägender war da eher der C64 meines Vaters, an dem er viel seiner Freizeit verbracht hat. Ich erinnere mich, dass er eines Tages Rambo – First Blood 2 gespielt hat und kurz seinen Platz verließ. Meine Chance war gekommen, mein 4jähriges Ich hatte lang genug drauf gewartet, endlich dem Vietcong in den Arsch zu treten! Ich erklomm den Bürostuhl, nahm den Joystick, der Rest ist Geschichte. Genauso wie der Vietcong. Ich erinnere mich, mit John J. Rambo durch den für mich damals fast fotorealistischen Dschungel Vietnams geprecht zu sein und vietnamesische Sniper mit der Panzerfaust von den Bäumen geholt zu haben. Das war meine Bestimmung!

In der Grundschule suchte ich mir entsprechend Freunde, die ebenfalls auserwählt waren, das digitale Universum von pixeligem Abschaum zu befreien. Ein Highlight damals war für uns Maniac Mansion von Lucasarts, das wir mit dem hässlichen orangenen Joystick des C64 gezockt haben. Wir konnten kein Englisch, aber wir hatten eines: Zeit und Geduld. Die mächtigsten Waffen eines jeden Zockers. Heute habe ich leider von beidem nicht mehr so viel, doch dazu später mehr. Der C64 war damals noch Abenteuer. Auf einer der unbeschrifteten Disketten in der riesigen Box konnte alles sein. Vom Action-Abenteuer über California Games bis hin zu kleinen Schmuddelspielen war alles möglich. Alles kann, nichts muss. Das waren Zeiten. Uns war damals gar nicht bewusst, dass man Spiele tatsächlich auch im Laden käuflich erwerben kann. Wir kannten nur diese ominösen Disketten voller Geheimnisse, die drauf warteten, entdeckt und erobert zu werden. Und was haben wir alles erobert. Wir waren Conan der Barbar und haben Köpfe abgeschlagen. Wir waren aber auch emanzipierte, junge Männer und haben Giana Sisters gespielt. Nicht nur dicke Klempner aus Brooklyn können Gegnern auf den Kopf springen!

Es war klar, der junge hat ein Talent. Sonst auch eh keine Hobbies. Für Fußball isser zu dick. Also kaufen wir ihm seinen eigenen Computer. Es wurde der Amiga 500, mein Vater hatte gleichzeitig einen 2000er, später auch einen 486er PC. Mit meinem Kommunionsgeld hab ich mir dann auch meinen eigenen PC gekauft. Die Welt der Spiele stand mir offen.Beim Amiga fällt mir zuerst Rick Dangerous ein. Eine Art Indiana Jones für Arme. Teilweise unfair schwer, leicht rassistisch, aber in den 80ern durfte man ja auch noch „Neger“ sagen. Natürlich hab ich auch hier kein Spiel Original besessen und die gecrackten Versionen hatten natürlich alle Trainer. Also war auch Rick Dangerous wieder mit Zeit und Geduld kein Problem. Ein weit größeres Problem war da eher Batman. Als absoluter Fan des alten Lederlappens (auch hier MUSS irgendwann ein Artikel kommen) war ich damals mit meiner Mutter im Kino. Sie wegen Jack Nicholson, ich wegen Michael Keatons Batman. Ich hab vorher schon die Adam West Serie geliebt. Eigentlich musste ich damals um 20 Uhr ins Bett, Batman ging aber bis viertel nach, daher durfte ich länger aufbleiben. Danke, Batman! Seitdem sind wir ganz dicke miteinander. Das Spiel hat mich jedoch gefickt. Immer wieder. Hart. Ohne mein Einverständnis. Wahrscheinlich wäre es heute kein Problem mehr, aber damals bin ich regelmäßig an den Fahrsequenzen gescheitert. Zeit hatte ich immer noch, Geduld war irgendwann aus. Ich liebe Batman aber immer noch.

Später dominierte dann der PC. In dieser Zeit habe ich quasi alle Lucasarts Adventures gezockt. Wir hatten in der Grundschule eine Computer AG. In diese durften nur Schüler, die in Mathe mindestens eine zwei hatten. Auch hier gehörte ich wieder zu den Auserwählten. Haben wir Coden gelernt? Sind wir zu krassen Hackern ausgebildet worden, die heute politisch Andersdenkende für den BND aufspüren und eliminieren? Nein, wir haben Monkey Island gespielt. Häppchenweise. Die AG dauerte ja nur eine Schulstunde. Wer jetzt das Schulsystem anprangern möchte, dem sei gesagt „Du kämpfst wie eine Kuh“. Ich habe Beleidigungsfechten gelernt, die Selbstverteidigungskampfsportart des Nerds. Eltern haben damals ihre Kinder ins Haus gezerrt, wenn ich die Straße runterkam.

Ich erinnere mich an Wing Commander, dank Soundblaster mit Sprachausgabe. FUCKING SPRACHAUSGABE!!!! Natürlich musste man erst drei Semester studieren, bevor man den Soundblaster korrekt konfigurieren konnte. Sonst war nix mit Sprachausgabe. Doch dann waren Spiele eine Offenbahrung. Stirb, du Dreckskilrathi! Colonel Blair for the win!

Dann kam Doom.

Der Artikel könnte hier enden und ihr malt euch den Rest selbst aus. Aber da ihr sicher genauso Suchtzocker seid wie ich, habt ihr euch bestimmt auch schon das letzte bisschen Fantasie im Kopp weggeballert. Daher mache ich weiter 😉

Doom hab ich das erste Mal bei meinem Vater gezockt. Meine Eltern waren da bereits geschieden, ich hatte nie Bock, zu ihm zu gehen. Was sollte ich denn da? Doch dann kam Doom. Plötzlich war ich doch ganz gerne da. Ich sag nur IDDQD und IDKFA. Let the slaughter begin, bitches! Wer nicht weiß, was für wirre Buchstaben das sind, hat Videospielgeschichte verpasst. Junge Padawane, schämt euch nicht, ihr könnt ja nichts dafür, so spät geboren worden zu sein. A propos Padawane: Was es für geile Star Wars Spiele für PC gab… Dark Forces und die Jedi Knight Spiele seien hier genannt. Fantastisch.

Mittlerweile hab ich gar keinen Gaming PC mehr und spiele ausschließlich auf Konsolen. Doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erzählt werden 😉

7 Gedanken zu „Videospiele und ich – Eine Liebesgeschichte Part 1

  1. Super beschrieben-so Vieles erinnert mich an meine alten Zeiten. Nur bei mir war es umgekehrt und mein kleiner Bruder durfte nicht mal in die Nähe meines Atari 🙂 Dafür aber an die allererste heilige Sega Konsole.

    1. Ich war als Kind ganz klar im Nintendo-Lager und hab nichts mit Sega am Hut gehabt. Der Konsolen-Artikel kommt die Tage, vielleicht schaust du ja trotzdem mal rein 😉

    1. Hab ich tatsächlich nicht gespielt damals. Gibt ja auch noch das Gegenstück „TIE-Fighter“ und natürlich „X-Wing vs TIE-Fighter“. Auch alle nicht gespielt. Hab neulich fürn Appel und ein Ei auf Humble Bundle ein Paket mit Star Wars Games gekauft. 14 Euro für 12 Spiele oder so. Da waren die auch teilweise mit dabei. Weiß nicht, ob ich die nochmal nachhole. War mehr nach dem Motto „Haben ist besser als Brauchen“. 😉

  2. Oha, die berühmte Soundblaster Karte. An das Rätselraten bei der Installation bzw. Einstellung des Spieles, welche Soundkarte man letztendlich auswählen muss, kann ich mich auch noch gut erinnern.

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